17.
05.14
Rapskurse in der Findungsphase

Ölsaaten Cockpit, 17.05.2014

Bullish
  • Witterungsbedingte Unsicherheiten der kommenden Ernten
  • El Nino-Schäden in den hinteren Ernteterminen des Wirtschaftsjahres
Bearish
  • 2014/15: 2. Rekordernte in Folge
  • Chinesische Nachfrage nicht mehr so drängend
  • Tierbestände mit teilweisen Rückgang

Terminkurse für ausgewählte Ölsaaten

Umgerechnet in € je t

Aug 14

Nov 14

Jan 15

März15

Mai 15

Raps, Paris

360

364

-

366,50

366,5

Raps, Winnipeg

Jul-14: 324,96

323,21

325,00

326,32

-

Sojaschrot, Chicago

366,81

315,31

Dez.14: 312,41

-          

-

Palmöl, Chicago

582,48

580,11

585,40

589,60

590,51

Raps: trotz Wachstumsraten im Schatten anderer Ölsaaten

Die weltweite Rapserzeugung wird 2014/15 auf 68,6 Mio. t geschätzt, etwa 1,5 Mio. t weniger als im vorjährigen Rekordjahr. In den letzten 10 Jahren stieg die Rapserzeugung um + 20 Mio. t bzw. 40 %. Die Ernteflächen mit + 10 Mio. ha bzw. + 33 % hatten dabei den größten Anteil. Die globalen Durchschnittserträge verbesserten sich lediglich von 1,78 t /ha auf 1,89 t /ha. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass ein erheblicher Teil Sommerraps (u.a. in Kanada) dabei ist und Raps auch auf Grenzstandorten angebaut wird.

Weltgrößter Produzent ist die EU mit einer aktuellen Ernteschätzung 2014 in Höhe von 21,5 Mio. t geringfügig höher als im letzten Jahr. Der EU-Importbedarf beträgt seit Jahren zwischen 2,5 bis 3 Mio. t und wird für 2014/15 auf rd. 2,9 Mio. t eingestuft.

Kanada erntet überwiegend den sog. Canola-Raps (genmodifizierter Sommerraps) in einer geschätzten Größenordnung von 15,4 Mio. t im Herbst 2014.  Das Vorjahr war ein einmaliges Rekordjahr mit 18 Mio. t aufgrund der langen Ausreifezeit im Herbst 2013. Die aktuelle Einstufung des USDA Anf. Mai 2014 könnte bereits zu hoch ausgefallen sein, weil die Anbauflächenermittlung in Kanada überraschend große Reduzierungen zugunsten des Bohnenanbaus ergeben haben. Die anhaltend kalte Frühjahrswitterung dürfte zu weiteren Verzögerungen und Flächenumwidmungen geführt habe.

Kanada exportiert jährlich um die 8 Mio. t Raps in alle Welt, allerdings mit Schwerpunkten China und Indien. In Europa ist die Ware aufgrund der GVO-Zulassungsbedingungen nicht zugelassen. Kanadas Rapshandel beansprucht mehr als 60 % des gesamten Welthandels.

An dritter Stelle steht China mit 14,5 Mio. t  Rapsanbau. Allerdings hat sich dieses Ergebnis in den letzten Jahren kaum verändert. Die chinesische Agrarpolitik verzichtet bewusst auf die Vergrößerung der Ölfrüchte wie Raps, Soja und Sonnenblumen und setzt verstärkt auf den attraktiven Maisanbau. China importiert rd. 3,5 Mio. t Rapssaat mit nur mäßigen jährlichen Steigerungen zur Verarbeitung im eigenen Lande. Zum Vergleich: die jährliche Sojabohneneinfuhr liegt bei rd. 70 Mio. t und wird durchschnittlich zwischen 3 und 5 Mio. t  je Jahr erhöht.

Indien gehört mit zu den größten Produktionsgebieten mit einer prognostizierten Erntemenge von 7,5 Mio. t im Jahre 2014. Im Gegensatz zu China führt Indien keinen Rohstoff ein sondern importiert in wechselnden Mengen Rapsöl  zwischen 10.000 und 100.000 t. Im Laufe des Jahre 2014 werden 50.000 t Rapsöleinfuhren erwartet. Preiswerter sind dagegen die Palmöleinfuhren aus Malaysia und Indonesien.

Bei einer Eigenerzeugung von 2.000 t führt Japan seit Jahren konstant bleibende Menge von 2,45 Mio. t Raps zur Verarbeitung im Lande ein.  

Für den europäischen Importbedarf kommt noch Australien mit witterungsbedingt stark schwankenden Größenordnungen von 2 bis 4 Mio. t in Betracht. Der Vorteil Australiens besteht in weitgehend gentechnikfreien Sorten, die auch für die EU zugelassen sind. Je nach Ernteausfall können davon 1,5 bis 2 Mio. t exportiert werden, wobei allerdings China aus Transportkostengründen einen starken Wettbewerbsvorteil hat.

Geringe Mengen an Raps werden in der Ukraine und Weißrussland angebaut. Auch diese Sorten sind überwiegend GVO-frei. Allerdings liegen die Ausfuhrpotenziale unterhalb der 1 Mio. t Marke. Aus den bekannten Gründen des Ukraine-Konflikts werden keine großen Geschäfte aus politischen Gründen und auch wegen tatsächlich geringer Verfügbarkeit zu erwarten sein.

Die globale Versorgungslage auf dem Rapsmarkt gilt weitgehend als ausgeglichen. Gegenüber der Lage von vor 2 Jahren haben sich die Überlagerungsbestände fast verdoppelt und sollen auch für 2014/15  auf diesem Niveau bleiben. Der Bestandsaufbau ist wesentlich der kanadischen Rekordernte des letzten Jahres zu verdanken.

Der Höhenflug der Rapskurse in den Frühjahrsmonaten knapp oberhalb der 400 € je t Marke in Europa ist ebenso vorbei, wie der Tiefflug an der Winnipeger Börse. Der wesentliche Grund für das Auseinanderdriften bestand in den inden von Frost und Schnee festsitzenden kanadischen Rapslägern. Für Monate war der weltgrößte Exportanbieter vom Markt abgeschnitten.

Jetzt nähern sich beiden Kurse wieder stärker einander an. Allerdings wird die Preisentwicklung nicht allein vom Rapsmarkt selbst bestimmt, sondern maßgeblichen Einfluß nehmen die beiden Marktführer im Ölsaatensektor die Sojabohne und das Palmöl.

Wie die obenstehende Tabelle veranschaulicht, werden für die kommenden Termine wenige Bewegungen vorausgesehen.

Rapskurse in der Findungsphase
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ZMP Live Expertenmeinung

Eine bevorstehende 2. Rekordernte im Ölsaatensektor in Folge engt den Preisspielraum für den Rapsmarkt 2014/15 deutlich ein. Eine Neuorientierung nach dem Freiwerden des kanadischen Rapsmarktes bringt die Kursrelationen wieder in "Normalbahnen" zurück. Allerdings ist die "Normalität" in Sachen knapper US-Sojamarkt noch nicht hergestellt und wird noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

Die jetzt relativ stabil notierenden Terminkurse der wichstigsten Ölsaaten für die Herbst/Wintermonate signalisieren eine Beruhigung der Märkte, allerdings stehen noch einige Korrekturen und unbekannte Risiken bevor.  Die Kurstendenzen zeigen jedoch mehr Spielraum nach unten als nach oben.

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