19.
09.13
aktuelle Ölsaatenpreise von US-Sojaernte bestimmt - mittelfristig stecken der Palmölkurs und die SAM-Ernten den Preisrahmen ab

Ölsaaten Cockpit, 19.09.2013

Bullish
  • weltweit knappe Rapsernten
  • weltweit knappe Versorgungslage im Rapssektor
  • starke Nachfrage aus China nach Soja
Bearish
  • hohe Ernten im Wirtschaftsjahr 2013/14
  • sehr gute Versorgungslage gemessen an den Endbeständen
  • nachlassende Bedeutung des Biokraftstoffsektors

Die Ölsaatenkurse werden seit mehreren Monaten von den schwankenden Einschätzungen der US-Sojaernte gefangen gehalten. Nach den ursprünglichen Rekorderwartungen liegt jetzt eine gedämpfte Stimmungslage einer US-Durchschnittsernte um die 85 Mio. t vor. Das Meinungsspektrum ist noch sehr breit angelegt, je nachdem, welche Beurteilungsmerkmale jeweils in den Vordergrund gestellt werden. Zweifelsfrei scheint zu sein, dass die Trockenphase im August der Sojabohne in ihrer Kornbildungs- und -füllungsphase mehr zu schaffen gemacht hat als im Falle des Maises. Strittig sind die Einschätzungen, inwieweit die regional unterschiedlich verteilten Niederschläge der Sojabohne noch in der Wachstumsphase geholfen haben oder nicht. Die Hinweise, das Drei-Viertel der Sojabohnenflächen ihre Blätter noch nicht abgeworfen haben, könnte ein Indiz für weiteres Wachstum sein. Unsicher sind die Einschätzungen, dass häufig nur 2 statt 3 Bohnen in der Schote enthalten sein sollen und welches Korngewicht jeweils anzusetzen ist.

Im Vorjahr wurden im Vorfeld der Ernte ebenfalls sehr pessimistische Einschätzungen von 78 Mio. t abgegeben; die tatsächliche Ernte brachte jedoch 84 Mio. t. Die Begründung hieß, dass die späteren Niederschläge der Ertragsbildung zugute gekommen seien.

So nachdrücklich die aktuellen Börsennotierungen von der US-Ernte abhängig gemacht werden, die südamerikanischen rekordverdächtigen Ernteaussichten verfehlen ihre Vorauswirkung nicht. Die US-Sojakurse neigen nach einem kurzen Aufschwung immer wieder zur Schwäche, die ihren besonderen Ausdruck in den hinteren Terminkursen findet.

Rapskurse werden zwar auch vom Marktführer Sojabohne beeinflusst, aber der ölwertbetonte Raps wird noch stärker  von den Kursen der pflanzlichen Öle bestimmt. Dabei gilt das preisgünstige Palmöl als marktbestimmend. Die in dieser Kampagne angelaufene Palmölerzeugung startet auf höherem Niveau als im Vorjahr und wird im Jahresdurchschnitt höher ausfallen als im Vorjahr. Die Endbestände sind zwar zurückgegangen, aber es ist eine Frage der Zeit, wann sie wieder ansteigen werden.

Trotz einer weltweit schwachen Rapsernte 2013/14 mit niedrigsten Endbeständen seit Jahren ist nicht erkennbar, daß die Rapskurse von sich einen kräftigen Aufschwung nehmen werden. Raps ist in der Konkurrenzsituation zum preiswerten Palmöl und dem zukünftig eher nachgebenden Sojaschrotpreisen gefangen. Die Perspektive einer starken Rohölpreisverteuerung im Zusammenhang mit der Syrienkrise scheint vorerst wenig Substanz auszubilden.

aktuelle Ölsaatenpreise von US-Sojaernte bestimmt - mittelfristig stecken der Palmölkurs und die SAM-Ernten den Preisrahmen ab
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ZMP Live Expertenmeinung

Die Versorgungslage im Ölsaatenmarkt 2013/14 gilt nach wie vor als überdurchschnittlich gut. Die aktuelle Preissituation wird jedoch durch die witterungsbedingten Risiken der US-Sojaernte geprägt. Für den weiteren Verlauf des Jahres bestimmen die hohen Erwartungen an die rekordverdächtige Südamerikaernten den Tenor des Kursgeschehens.  Für die Rapspreise spielen der Palmölnotierungen eine maßgebliche Rolle. In Malaysia und Indonesien mit fast 90% der Welterzeugung wird von einer hohen Ernte ausgegangen. Die hohen Überhangbestände des Vorjahres sind aber gefallen. Die  Palmölkurse halten die Ölsaatenotierungen in Schach. Starke Steigerungen des Rohöls infolge der Syrien-Krise sind vorerst nicht in Sicht.

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