21.
06.13
Soja und Palmöl halten Raps in Schach

Ölsaaten Cockpit, 21.06.2013

Bullish
  • Vorübergehende Lieferengpässe im Sojasektor
  • weltweite Rapsvorratsbestände auf jahrzehntelangem Tiefstand;
  • Raps-Importbedarf der EU
Bearish
  • Zunehmende Sojaanlieferungen aus Südamerika
  • Erwartung einer überdurchschnittlichen US-Sojaernte
  • Kaufzurückhaltung Chinas

Ölsaaten werden weltumfassend gehandelt und stehen über die beiden Produktsparten „Pflanzliche Öle und Fette“ sowie die Nebenprodukte „Ölschrote, Ölkuchen bzw. Ölexpeller“ untereinander im Wettbewerb. Eine marktführende Position nimmt die Sojabohne auf beiden Teilmärkten (zusammen rd. 60 %) ein. Beim Markt für pflanzliche Öle und Fette  hat das Palmöl hinsichtlich Mengenanteil (rd. 30 %) und Preiswürdigkeit ein entscheidendes Mitspracherecht.

Raps spielt mit einem Produktionsanteil von knapp 15 % im gesamten Ölsaatenmarkt eher die Anpasserrolle. Die globale Rapsproduktion 2013/14 wird um 2 Mio. höher auf 63 Mio. t geschätzt. In der EU und in Kanada erwartet man jeweils eine Steigerung von 1 Mio. t.  Gute Rapsernten kündigen auch die kleineren Produzenten Australien und die Ukraine an. Der Rapsverbrauch 2013/14 bleibt im dritten Jahr in Folge bei rd. 63 Mio. t. Der jahrelange Vorratsabbau seit 2008/09 von über 7 Mio. t wird unter 3 Mio. t auf einen seit über einem Jahrzehnt nicht mehr erreichtem Tiefpunkt fallen.

Die EU-28 ist mit rd. 20 Mio. t weltgrößter Rapserzeuger, bleibt aber mit 3 Mio. t Raps Einfuhrbedarf weiterhin Nettoimporteur. An 2. Stelle rangiert Kanada mit rd. 14 Mio. t sog. Canola-Raps. Dabei handelt es sich überwiegend um gentechnisch veränderten Sommerraps, den die Kanadier zu mehr als der Hälfte vorrangig in den asiatischen Raum exportieren. Der Import kanadischer Sorten ist zu fast 100 % in der EU nicht zugelassen. Europäischer Raps wandert zu mehr als der Hälfte in die Verwendung zu Biodiesel, nur noch ein kleinerer Teil wird zu Margarine verarbeitet.

Die Rapspreise werden wesentlich durch den Verkaufserlös beim Rapsöl in Abhängigkeit zum Rohöl bzw. mineralischen Dieselpreis bestimmt. Rapsschrot als Futtermittel liefert einen ergänzenden Wertanteil von rd. 20 % zum Rapspreis dazu, allerdings ist der Futterwert gemessen am qualitativ höherwertigen konkurrierenden Sojaschrot vergleichsweise bescheiden.

Trotz der Unterversorgung des europäischen Rapsmarktes  und den eng begrenzten Einfuhrmöglichkeiten für Rapssaat bleiben die Rapspreise auf vergleichsweise niedrigem Niveau.  Wesentliche Gründe sind die drückend niedrigen Palmölkurse, die um rd.  300 € je t niedriger notieren als für Soja- oder Rapsöl. Die Palmölpreise sind aufgrund der stark aufgebauten Vorratsbestände so niedrig. Ein saisonal bedingter Bestandsrückgang ist zwar erkennbar, aber keine grundlegende Trendwende.

Die Ölsaatenpreise erleben zurzeit eine vorübergehende Hochpreisphase bis ausreichende südamerikanische Sojalieferungen und die neue US-Sojaernte auf den Markt kommen. Für die Spätsommer-/Herbsttermine deuten die Börsenkurse einen erheblichen Kursrückgang an. Dem wird sich auch der Rapsmarkt nicht entziehen können. Entscheidende Voraussetzung ist eine mindestens gut durchschnittliche US-Sojaernte 2013.

Soja und Palmöl halten Raps in Schach
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ZMP Live Expertenmeinung

Ölsaatenkurse tendieren zum Herbst nach unten; die weltweit steigende Versorgungslage wird entscheidend durch die kommende US-Sojaernte abgerundet. In der Sparte der pflanzlichen Öle drücken noch niedrige Palmölkurse

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