22.
05.14
Steigende Sojakurse in Chicago - weitgehend stabile Notierungen in Hamburg

Ölsaaten Cockpit, 22.05.2014

Bullish
  • Aktuell knappe Verfügbarkeit an Soja in den vorderen Terminen
  • Sojaschrotengpässe in den USA
  • Preiserholung in China (wie lange?)
Bearish
  • Große südamerikanische Ernten kommen zunehmend auf den Markt
  • Übrige Ölsaatenpreise drängen eher nach unten
  • erwarteter Preisrückgang nach den chinesischen Feiertagen
  • weitere hohe Sojaernten in Aussicht, aber mit begrenzter Fernwirkung

Immer noch steigende Sojakurse an den US-Börsen   

Die abgeschlossenen südamerikanischen Rekordsojaernten haben bislang keinen Eindruck bei den vorderen Terminkursen an den US-Börsen hinterlassen. Die aktuell knappe Verfügbarkeit an Sojaschrot dominiert das Preisgeschehen. Auslöser für den jüngsten Kursschub waren die chinesischen Versteigerungen von staatlichen Vorratsbeständen an die Privatwirtschaft zu überraschend hohen Preisen. Chinas steigende Sojakurse haben die Chicagoer Börsenwerte angetrieben. Die Verarbeitungsmarge der Ölmühlen  in China hat sich gebessert, nachdem steigende Preise im Schweine- und Eiersektor vor den „Drachenbootfesttagen“ am 1. und 2. Juni 2014 die Nachfrage beschleunigt hat.

Signalwirkung erzeugten auch wieder steigende Einkäufe an Sojabohnen in Südamerika. Befürchtungen um weitere Verkaufszurückhaltung und Lieferengpässe für die kommenden  Monate bleiben auf dem Tisch. Solange keine ausreichenden Sojaschrotmengen konkret im Angebot sind, bleibt die feste Kursstimmung in den USA bestehen.

Für die Verarbeitung der Sojabohnen ist der Preis für pflanzliche Öle mitentscheidend. Dabei spielen in diesem Bereich die Kurse für Palmöl als Marktführer  eine entscheidende Rolle. Die jüngsten Notierungen in Kuala Lumpur zeigen zurzeit eine stark fallendende Tendenz unter die Marke von 780 $ je t, nachdem die Schwelle von 800 $/t ohne Widerstand genommen wurde. Hinter diesem Kursrückgang steht die saisonal wieder steigende Produktion  in Malaysia und Indonesien oberhalb der gewöhnlichen Steigerungsrate. Das erzeugt die Erwartung eines konjunkturellen Wachstums.

Fehlende Erlöse im Ölgeschäft drängen darauf, im Schrotsektor einiges gut zu machen.

Die mit hoher Wahrscheinlichkeit auftretende Wetteranomalie EL Nino dürfte im Verlaufe des Jahres 2014 aufgrund der üblicherweise geringen Niederschläge zu einer Einschränkung der Palmöl-Erzeugung beitragen. Das aber ist noch etliche Monate entfernt. Die Fernwirkungen reichen nicht aus, um die aktuellen Preise zu beeinflussen. Im Augenblick sind die aufkommenden Regenfälle sogar außerordentlich günstig.

Die Sojaschrotnotierungen an der Hamburger Börse haben sich von den Vorgaben aus Chicago nur begrenzt beeindruckt gezeigt. Kurioserweise liegen die jüngsten Kurse trotz Fracht- und Vermarktungskosten gleichauf. Der direkte Bezug aus Südamerika  mit mindestens  stabilen Preisen in Argentinien und die um 10 % niedrigeren  und deutlich fallenden Kurse im brasilianischen Hafen Paranagua tragen wesentlich dazu bei. Weitere Gründe sind nur zum geringen Teil im hohen Eurokurs zu suchen. Eine untergeordnete Rolle dürften auch die rechtzeitigen Absicherungsgeschäfte spielen.

Die attraktiv hohen Preise in den USA und China tragen dazu bei, die Warenströme nicht zu reichlich in Richtung Europa fließen zu lassen. Damit werden die möglichen Preissenkungen hierzulande solange ausgebremst, wie in den USA infolge weiterer Importe bzw.  der eigenen Ernte ab Sept.2014 wieder eine grundlegende Tendenzwende in der Versorgung zu erkennen ist.

Steigende Sojakurse in Chicago - weitgehend stabile Notierungen in Hamburg
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ZMP Live Expertenmeinung

Die hohen und steigenden Sojakurse in den USA sind ein spezifisches Problem der Versorgungsengpässe in den USA selbst. Mit zunehmenden südamerikanischen Lieferungen  werden die Kurse nachgeben müssen. Die üblicherweise weitgehend eingehaltenen Vorgaben aus Chicago werden in Hamburg und anderen europäischen Importhäfen nur noch begrenzt nachvollzogen. Immerhin reicht jedoch die Wirkung aus, einen denkbaren Preisrückgang in Europa vorerst zu verhindern. Man wird sich hierzulande noch für einige Wochen auf eine feste Kursentwicklung einrichten müssen.

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