23.
11.13
Rapspreise haben einen schweren Stand - immer noch Hoffnung auf fallende Sojakurse

Ölsaaten Cockpit, 23.11.2013

Bullish
  • Starke Nachfrage
  • Zurückhaltung und Horten von Erntemengen
Bearish
  • Gute Ausgangsvorräte
  • gute Aussichten auf hohe Ernten im Kommendén Jahr 2014
  • Preisrelation Soja zu Mais spricht für die Bohne

Ölsaatenkurse in vergleichsweise enger Bandbreite

Angesichts der seit Monaten mit hoher Erwartung gehandelten großen Erntemengen im Ölsaatensektor sind die Preisbewegungen vergleichsweise gering ausgefallen. Die Rapspreise kursieren nach dem erntezeitbedingten Rückgang zwischen 370 bis 380 € je t.

Die großen Hoffnungen auf einen erheblichen Rückgang der Sojaschrotkurse, die noch im Frühjahr 2013 für die späteren Sommer- und Herbsttermine prognostiziert waren, haben sich in keiner Weise erfüllt. Trotz Verbesserungen der US-Ernteschätzungen setzten sich die Sojakurse nur wenig nach unten in Bewegung. Die Spannbreite der umgerechnet von 330 bis 350 € je t in den USA notierten Sojaschrotkurse wurde weniger nach unten als nach oben getestet.

Das für die weltweite Versorgungslage ungewöhnliche hohe Sojapreisniveau ist mehreren Umständen zu verdanken. Der am weitesten zurückliegende, aber bis ins die jüngste Zeit hineinreichende Grund ist die Verkaufszurückhaltung der argentinischen Sojafarmer, die jetzt noch rd. ein Drittel ihrer alterntigen Sojabohnen (ca.16 Mio. t) horten. Übliche überlagerungsmengen liegen bei 3 bis 5 Mio. t. Die Bohnen dienen als wertbeständiges Sachvermögen gegenüber der mit rd. 30 % inflationierenden argentinischen Währung Peso. Darüberhinaus will man mit der Verkaufszurückhaltung  politischen  Druck auf die Exportsteuer ausüben, die als zu hoch  und einseitig zu Lasten der Farmer empfunden wird.

Der zweite Grund besteht in der langen Unsicherheitsphase des US-Ernteausganges, der durch die unerwartete Trockenheit im Aug 2013 zunächst zu einer massiven Abstockung der Ernteschätzung beitrug, die in jüngster Zeit zwar wieder aufgebessert wurde, ohne dass daraus ein anhaltender Preisrückgang entstanden wäre. Dafür ist die Abgabebereitschaft der US-Farmer zu  gering.

Der dritte Grund ist die starke Exportnachfrage, angeführt von China, aber auch von anderen Einfuhrgebieten mit hohem Bedarf an pflanzlichen Eiweißträgern. China hält viele Optionen auf US-Sojabohnen, wird diese aber im Falle günstiger südamerikanischer Herkünfte möglicherweise  wieder ausschlagen und sich in Brasilien und Argentinien bedienen.  Damit bleibt Soja vorerst knapp.

Die Aussichten auf eine Rekordernte in Südamerika im Frühjahr 2014 hat bislang nur in den hinteren Terminen eine Rolle gespielt.  Mehr Preiswirkung wird um den Jahreswechsel zu erwarten sein, wenn die Aussaatflächen und die Bestandsentwicklung mit größerer Verlässlichkeit  festgestellt werden können. Der entscheidende Zeitraum wird die Blüh- und Schotenbildungsphase Ende Jan/Febr. 2014 sein, weil dann die Ertragsbildung stattfindet.

Die bisherige Wetterentwicklung ist günstig für die Aussaat und die Anfangsentwicklung mit Ausnahme einiger Gebiete in Argentinien, wo die Niederschlagsverhältnisse zurzeit etwas zu wünschen übrig lassen. Die Anzeichen für die Wetterphänomene „El Nino“ und „La Nina“ werden zwar intensiv beobachtet, aber es gibt noch kein hinreichendes Zeichen für ein tatsächliches Eintreffen. In Börsengesprächen sind sie ein Thema.

Voraussichtlich werden die Farmer statt Mais als Zweitfrucht nach Soja nochmal Sojabohnen aussähen, so dass zum Mai /Juni 2014 eine ungewöhnliche hohe Zweiternte eingefahren werden könnte. Ähnliche Überlegungen werden für die USA angestellt.

Für die Rapspreise sind das keine günstigen Aussichten!  Die europäische Rapsanbaufläche für die Ernte 2014 ist rückläufig.  Wie hoch/niedrig werden die Auswinterungsschäden?

Ob man jetzt doch über Preisabsicherung für 2014 nachdenken soll?  Bei Preisen über 400 € je t wäre die Entscheidung leichter!

Rapspreise haben einen schweren Stand - immer noch Hoffnung auf fallende Sojakurse
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ZMP Live Expertenmeinung

Die mehrmonatigen Verzögerungen fallender Ölsaatenkurse gehen mit dem Jahreswechsel ihrem voraussichtlichen Ende entgegen. Dennoch bleibt Unsicherheit über den erwarteten hohen Ernteausgang in Südamerika. Es stehen noch entscheidende Wachstumsphasen bevor. Die Preisverhältnisse zwischen Soja und Mais sprechen eindeutig zugunsten der Sojabohnen im weiteren Verlauf des Jahres 2014.

Auf der Nachfrageseite bleibt es bei dringenden Importbedarf Chinas und drängender Nachfrage beim Sojaschrot. 

Noch werden die Witterungsentwicklungen nicht als Störfaktor gesehen. 

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