24.
04.14
Ölsaatenkurse auf Abwärtstrend - aber mit Verzögerungen

Ölsaaten Cockpit, 24.04.2014

Bullish
  • Für die vorderen Liefertermine besteht eine enge Versorgungslage im Sojakomplex
  • Hoher Sojaschrotbedarf in Europa
  • Lieferprobleme infolge Verkaufszurückhaltung und Hafenarbeiterstreiks
Bearish
  • nachlassende chinesische Nachfrage im Sojabereich
  • erhöhte Nachschätzung der SA-Ernten
  • zunehmende Verladungen und Lieferungen
  • Entlastung der engen US-Versorgung durch Reimporte aus SA
  • Kanada drückt mit alterntiger Ware

Rapsnotierungen geben nach  - Sojakurse  liefern die Vorgaben – Palmöl schwächer

Die Rapskurse an der Pariser Börse sind im Gefolge der rückläufig notierten Sojapreise gefallen. Gleichzeitig erfolgt die Umstellung von den Mai- auf die Aug./Nov-Termine der neuen Ernte mit einer Kursdifferenz von rd. 65 € je t. Das zunehmend lieferbare  kanadische Angebot aus der Rekordernte 2013 drückt auf den Markt.

Ursache sind die nachgebenden Chicagoer Notierungen für den Sojakomplex. Zwar bewegt sich die US-Sojaversorgung am unteren Limit bis zur neuen Ernte im  Herbst, aber das Einkaufsverhalten der Chinesen ändert sich. In wachsendem Umfange werden die lang erwarteten Optionskäufe storniert bzw. erst gar nicht in Anspruch genommen.  Im Gegenzuge dirigieren die Chinesen vermehrt Schiffsladungen aus Brasilien in Richtung US-Golfhafen. Die Hafenläger in China selbst sind randvoll, so dass keine Abladungen mehr angenommen werden. Ein wesentlicher Grund für die Verbrauchszurückhaltung Chinas besteht in der 15 % Reduzierung der Geflügelbestände infolge des H7N9-Virus.

Die südamerikanischen Sojaernten werden nach jüngsten Schätzungen wieder etwas höher angesiedelt. In Brasilien geht man von 87,5 Mio. t aus und in Argentinien soll die 55 Mio. t Marke nur knapp verfehlt werden.

Während die Vermarktung in Brasilien seinen üblichen Gang nimmt, gibt es aus Argentinien Meldungen über Hafenarbeiterstreiks und eine anhaltende Verkaufszurückhaltung der argentinischen Sojafarmer.  Noch immer werden große Sojamengen in Argentinien als Sicherheit gegen die hohe Inflation von fast 30 % u.a.  in den Behelfssilos von bis zu 250 t „Big-packs“ (Schlauchfolien) zurückbehalten. Die Schätzungen streuen in einem weiten Bereich von 6 bis 9 Mio. t. Die kommenden Endbestände 2014/15 sollen auf über 11 Mio. t bzw. rd. 20 % einer ganzen Ernte wachsen. Durchschnittliche Überhangbestände  betragen üblicherweise um die 2 Mio. t.

Ob die argentinische  Verkaufsstrategie wie im letzten Jahr in vollem Umfange durchgehalten wird, ist zu bezweifeln. Angesichts der in Aussicht stehenden Sojakursrückgänge um die 20 % für die späten Sommer- und Herbsttermine 2014 könnte die Verkaufsbereitschaft tendenziell höher ausfallen.

Die in den nächsten Wochen erwarteten Verzögerungen der US-Maisaussaat infolge hoher regionaler Niederschläge spielen den spätsaatverträglichen Sojabohnen in die Hände. Die Anbauabsichten der US-Farmer sind ohnehin auf eine vergrößerte Sojafläche ausgerichtet. Bei mittleren Ertragsannahmen könnte nach der überdurchschnittlich hohen südamerikanischen Ernte eine Rekordernte in den USA folgen. Zwar wird ein beachtlicher Teil zur Wiederauffüllung der knappen Vorratsbestände gebraucht, reicht aber immer noch, um das Angebot deutlich zu vergrößern.

Die Palmölkurse orientieren sich nach ihrem Höhenflug knapp unter 900 $ je t Marke wieder um die 800 $ je t Linie.  Die Rohölkurse haben ebenfalls nachgegeben. Auch von dieser Seite erfolgt wenig Stützung für die nachgebenden Ölsaaten.

Ölsaatenkurse auf Abwärtstrend - aber mit Verzögerungen
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ZMP Live Expertenmeinung

Der mehrfach angesetzte Abschwung der Ölsaatenpreise nimmt einen neuen Anlauf. Hemmend wird die enge US-Versorgungslage in den vorderen Terminen bis in den Sommer hinein. Allerdings scheint der nachlassende Nachfragesog aus China erste ausreichende Wirkungen zu zeigen. Der schrumpfende chinesische Geflügelfleischsektor verbraucht deitlich weniger ans Sojaschrot.

 Für die weitere Preisentwicklung spielen die zunehmenden Verladungen aus Südamerika, das kanadische Rapsangebot aus alter Ernte sowie die Perspektiven der Anbauflächen für US-Soja  eine Rolle. Die Ölsaatenernten in der EU zeigen sowohl Sonnen- wie Schattenseiten je nach regionalen Niederschlagsverhältnissen.

Die Herbstterminkurse liegen bei Raps um 65 €/t niedriger als die Maiskurse und im Falle von Sojaschrot notieren die Herbst/Wintertermine 2014 um 80 € je t niedriger.

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