25.
01.14
Hohe Ernteerwartungen - Sojakurse in Wartestellung

Ölsaaten Cockpit, 25.01.2014

Bullish
  • stramme Nachfrage aus China in den USA
  • knappe Versorgung im globalen Schrotsektor
  • Verkaufszurückhaltung in Argentinien (?)
  • LKW- und Hafenarbeiterstreiks(?)
Bearish
  • Rekordernteerwartungen in Südamerika
  • Soja-Maispreisverhältnis spricht für Vergrößerung der zukünftigen Sojafläche
  • fehlende Extrem-Wetterbedingungen sorgen für hohe Erträge
  • steigender Eurokurs

Südamerikanische Sojaernten stehen bevor

Die brasilianische Sojaernte 2014 hat bereits begonnen.  3 % der Gesamtflächen sind gedroschen. Die ersten Erträge sollen um  8 bis 15 % höher ausgefallen sein. Das Wetter ist regional unterschiedlich. Im Süden fällt ausreichend Regen, aber nachfolgend wird eine längere Trockenphase erwartet. Die Bestände präsentieren sich gut, sind aber in der ertragsentscheidenden Kornfüllungsphase. Noch bestehen Ertragsrisiken.

Die brasilianischen Sojakurse liegen um 1 $ je bu niedriger als die US-Ware. Das lenkt die Aufmerksamkeit der Einkäufer – allen voran die Chinesen – weg vom nord- auf den südamerikanischen Kontinent. Im Gespräch sind 8 Mio. t Sojabohnen, die China möglicherweise in den USA stornieren und sich mit preiswerter Ware aus Brasilien eindecken könnte.  Aber noch ist die Sache nicht perfekt und die aktuelle Nachfrage in den USA liegt zurzeit dreimal höher als erwartet wurde.

Das argentinische Wetter dürfte mit häufigen Trockenphasen die erwartete Rekordernte an Soja nicht mehr zulassen. Das Ergebnis sollte aber immer noch über dem mehrjährigen Durchschnitt liegen.

Die argentinische Währungsinflation bleibt ein Dauerbrenner. Noch immer schätzt man in Handelskreisen, dass die Farmer zwischen 8 und 11 Mio. t alterntige Sojabohnen als Wertsicherung bunkern. Für die bevorstehende Ernte muss aber bald Platz geschaffen werden. Ob die Rechnung wie im vergangenen Jahr aufgeht, dass steigende Sojakurse die Verkaufszurückhaltung honorierte, ist in diesem Jahr eher nicht zu erwarten. In argentinischen Regierungskreisen werden Überlegungen laut, dass man den Farmern den Verkauf dadurch leichter machen kann, wenn die Verkaufserlöse sofort in US-Dollar umgetauscht und angelegt werden können.  

In den nächsten Wochen wird sich die Umorientierung auf den südamerikanischen Markt vollends vollziehen. Man geht in Erwartung einer überdurchschnittlichen Ernte von fallenden Kursen aus. Allerdings hemmt vorerst noch  das knapp verfügbare  Sojaschrot einen rapiden Preisabfall. Im Ölsektor besteht dagegen  eine ausreichende Versorgungslage, die auch von anderen pflanzlichen Ölen – vor allem Palmöl - bedient werden kann.

Hohe Ernteerwartungen - Sojakurse in Wartestellung
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ZMP Live Expertenmeinung

Die bevorstehende Sojaernte in Südamerika mit ihren Rekordernteerwartungen bringt die Sojapreise ins Wanken. Die hinteren Termine zeigen einen Kursrückgang schon  längere Zeit an. Die  aktuellen Kurse werden aber immer noch von der starken Nachfrage aus China und der knappen Versorgungslage im Schrotsektor hochgehalten. Die in den nächsten Wochen bevorstehende Umorientierung auf den südamerikanischen Markt wird den Preissog in den USA nach oben entkräften, so dass in Verbindung mit einem fortschreitenden Abbau der noch bestehenden Ernterisiken mehr Luft für Preisnachlässe möglich sind. Inwieweit die Notierungen weiter nachgeben als in den Terminkursen bereits eingepreist ist, hängt vom weiteren Verlauf der Ertragsergebnisse ab.

Ob und in welchem Umfang die Lieferfähigkeit durch Streiks bzw. Verkaufsboykotts wie im vorigen Jahr eingeschränkt wird, bleibt vorerst  noch offen. Die Bemühungen zur Vermeidung der logistischen Probleme sind wortreich erfolgt; inwieweit die Taten gereicht haben, wird man bald erfahren.  Für den hiesigen  Sojaschrotbedarf wird es sicherlich noch einige Zeit dauern, bis die Ware verarbeitet und auf den Weg gebracht ist.

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