28.
02.14
Soja und Rapskurse bröckeln - Beginn einer neuen Kursorientierung?

Ölsaaten Cockpit, 28.02.2014

Bullish
  • Logistische Behinderungen beim Warenfluß
  • Wetterbedingte Risiken
  • Noch starke Nachfrage Chinas
  • Nachholbedarf in den Sojaschrot-Importgebieten
Bearish
  • Hohe Erwartungen an die südamerikansiche Ernte
  • hohe Erwartungen an Erweiterung der kommenden US-Sojafläche
  • möglicherweise nachlassende Importnachfrage Chinas

 Setzt sich die Orientierung an den fundamentalen Daten im Ölsaatensektor langsam durch?

Die Börsenkurse im Sojakomplex beginnen zu bröckeln. Noch in der letzten Woche hat es einen starken Kursauftrieb angesichts der knappen Verfügbarkeit an sofortiger Ware gegeben. In den USA herrscht bei Soja bereits Ausverkaufsstimmung, obwohl das Wirtschaftsjahr noch lange nicht zu Ende ist. Die schnee- und eisbedeckten Straßen be- und verhindern notwendige Transporte auf dem Weg zum Verbrauch.

In Brasilien haben erhebliche Niederschläge eine der wichtigsten Landstraßen zum Abtransport der geernteten Sojabohnen unterspült, so dass mit beachtlichen Verzögerungen auch in der kommenden Erntezeit gerechnet werden muss. Zusätzlich drohen Schwärzepilze im  schwülen Klima, die erwartet hohen Erträge zu schmälern.

Allerdings scheinen die Risiken ein wenig zu hoch eingeschätzt worden zu sein, denn selbst bei einem reduzierten Ertrag, wie Oil World, Hamburg prognostiziert, dürfte immer noch ein hohes Angebot an Sojabohnen im Jahre 2014 vorhanden sein.

Der andere Marktführer im Markt für pflanzliche Öle das Palmöl hat seinen Höhenflug in Richtung 850 $ je t bereits absolviert. Steigende Exporte haben die hohen Endbestände zumindest bis auf Ernteniveau abgeschmolzen. Die laufende Erzeugung kommt jetzt in die saisonal schwächere Phase, aber eine grundlegende Niveauänderung ist nicht festzustellen. Die Terminkurse ab Juli 2014 nehmen wieder eine abnehmende Tendenz in Richtung 800 $ je t ein. Der Höhepunkt der Erzeugung findet in den Monaten Sep. bis Nov. statt.

Entspannung zeigt sich auch im kanadischen Rapsgürtel. Die Canolakurse in Winnipeg zeigen wieder eine aufwärts gerichtete Entwicklung. Allerdings lag das Preistief mit einer Differenz von 130 € je t unter der Pariser Notierung extrem niedrig.

Die wiederholten Ansätze einer grundlegenden Neuorientierung des Preisniveaus im Markt für Ölsaaten lassen misstrauisch werden, ob und inwieweit sich mit der jüngsten Kursänderung bereits der Anfang eines neuen Trends abzeichnet.

In China zeichnet sich eine nachlassende Nachfrage nach Sojaschrot ab. Hintergrund für den Bedarfsrückgang sind die fallenden Geflügelbestände. Das Geflügelgrippevirus in verschiedenen Versionen rafft große Bestände dahin. Das Risiko einer Reinfektion hält davon, ab die Bestände rasch wiederaufzubauen. Noch durchschlagender ist die Konsumzurückhaltung der Verbraucher aus Furcht vor einer Ansteckung mit Todesfolgen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, ist die von China ausgehende drängende Nachfrage nach Sojabohnen in einem anderen Licht zu sehen.

In den nächsten Wochen bzw. Monaten einer „Normalisierung“ wird sich langsam aber sicher die tatsächliche Marktlage herauskristallisieren.

Soja und Rapskurse bröckeln - Beginn einer neuen Kursorientierung?

Ölsaaten-Aktualisieren,

Update vom 03.03. 2014

Die sich zuspitzenden Unruhen in der Ukraine haben die Börsennotierungen beachtlich in die Höhe getrieben. An der Pariser Matif notierte Raps zwischen 4 und 6 € t höher und überschritt dabei erstmals wieder die Marke von 400 € t in beachtlichen Umfange. Es besteht die Befürchtung, dass trotz gegenteiliger Meldungen aus dem Schwarzmeergebiet, die Lieferungen von Raps durch die russische Intervention gestört werden können.  Auch die kommende Ernte könnte infolge nicht ausreichender Betriebsmittel mangels Finanzierbarkeit in Mitleidenschaft gezogen werden. Australische Rapslieferungen werden mittlerweile umgeleitet auf interessantere Verwertungsstandorte. Für den europäischen Importbedarf wird es enger als bisher befürchtet.  

Mit den Geschehnissen in der Ukraine werden bisher eingeleitete Kursentwicklungen vorerst mal deutlich unterbrochen. Angesichts der unübersehbaren Lage auf unabsehbare Zeit wird nach einer neuen Orientierungslinie gesucht.

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ZMP Live Expertenmeinung

Der Ölsaatenmarkt wird vorübergehend durch logistische Probleme und Wetterrisiken beeinträchtigt. Die Kurssteigerungen der jüngsten Zeit sind nicht von Dauer, wenn man die fundamentalen  Markteinschätzungen zugrunde legt. Allerdings bedarf es noch einige Zeit in Richtung einer "Normalisierung" bis sich die tatsächlichen Versorgungsverhältnisse herauskristallisieren. Die Terminkurse im Verlaufe des Jahres zeigen jedenfalls eine eindeutige Abwärtsentwicklung.

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