28.
03.14
Raps- und Sojakurse immer noch auf hohem Niveau - hintere Terminkurse niedriger

Ölsaaten Cockpit, 28.03.2014

Bullish
  • knappe Verfügbarkeit vorderer Ware
  • logistische Probleme
  • Nachholbedarf aufgrund geringer Vorratshaltung
  • Sojaschrot ein Sonderfall
Bearish
  • zukünftig drängendes Angebot aus Südamerika zu erwarten
  • hohe Erwartungen an spätere Ernten im Verlauf des Jahres 2014/15
  • stark gefallene Palmölkurse

Aktueller Stand und Aussichten der Kurse im Ölsaatenmarkt klaffen weit auseinander

Aktuelle Raps- und Sojakurse halten sich hartnäckig auf hohem Niveau, während die Aussichten auf die späteren Termine in diesem Jahr von einem rapiden Rückgang der Kurse  ausgehen. Zwischen den aktuellen Rapsnotierungen und den Terminkursen im August 2014 besteht eine Differenz von 40 € je t. Sojaschrotkurs im Juli werden um 35 € je t niedriger gehandelt als im Monat April 2014. Die Ausnahme davon bilden die Palmölkurse, die nach einem Höhenflug an die 900 $ je t - Grenze  jetzt wieder bei 800 $ /t gelandet sind und sich für die späteren Termine knapp auf diesem Niveau halten sollen.

Die wesentliche Ursache für diese ungewöhnliche Spreizung zwischen aktuellen und zukünftigen Kursen besteht in der knappen Verfügbarkeit an sofort greifbarer Ware. Eine Vorratsbewirtschaftung ist in der Erwartung hoher Ernten weitgehend unterblieben. Verzögerung bei der Ernte, beim Transport und Verkaufszurückhaltungen hält das Angebot knapp, während auf der Verbrauchsseite dringender Bedarf besteht.

Mehrere Ansätze einer Preisminderung sind in der jüngeren Vergangenheit immer wieder aufgefangen worden. Die Erwartung, dass die chinesischen Optionskäufe in den USA mit dem Aufkommen preiswerter brasilianischer Sojabohnen storniert werden, hat sich nicht entscheidend durchgesetzt. Nachdem die brasilianische Ernte jetzt zu mehr als drei Viertel abgeschlossen ist und die argentinischen Erntemaßnahmen einzusetzen beginnen, lässt der Nachfragesog aus China nach.

Die Schätzung des Zweitanbaus von Soja in Brasilien von 150.000 auf 750.000 ha  dürfte die Ernte aus diesem Land höher ausfallen lassen als bisher vermutet. Das gilt auch für das vergleichsweise kleine Land Paraquay mit 550.000 ha Soja im Zweitanbau. Zwar bringt der Zweitanbau nur die Hälfte bis 2/3 des Ertrages einer Hauptfrucht, füllt aber die etwas schwächer ausgefallenen Haupterntemengen wieder auf.

Es müssen große Erntemengen transportiert werden. Trotz aller Mängel läuft der brasilianische Transport besser als im Vorjahr. Auch die Argentinier sind bereit, mehr Ware auf den Markt zu bringen. Es steht ein großer Angebotsschub bevor.

Im Vergleich zum Sojabohnenhandel bleibt das Angebot an Sojaschrot immer noch kritisch.  Die Verarbeitung der Bohnen steht unter dem Druck der gefallenen Kurse für pflanzliche Öle. Marktführer in diesem Sektor ist das Palmöl mit einem Kursverfall von über 10 % allein im Monat März 2014. Das Aufkommen an Sojaschrot wird sich also nicht im gleichen Maße beschleunigen, wie man das bei den Sojabohnen erwarten kann. Entsprechend zäh fallen die zu erwartenden Preisrückgänge aus.

Einen entscheidenden Anstoß für die Kursentwicklung wird von der am kommenden Montag anstehenden Veröffentlichungen der US-Vorratsbestände ausgehen.

Im Rapssektor laufen die kanadischen Exporte auf Hochtouren. Eine Zwangsstrafe setzt die Eisenbahn-Unternehmen in Kanada unter Zugzwang, die Transporte von Raps und Weizen mit höchster Dringlichkeitsstufe zu betreiben.

Die grundsätzlichen Aussichten auf fallende Kurse bleiben vorerst bestehen. Es braucht jedoch Zeit.

Raps- und Sojakurse immer noch auf hohem Niveau - hintere Terminkurse niedriger
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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuell hohen Raps- und Sojakurse sind vor dem Hintergrund aktuell gefallener Kurse des 2. Marktführers  Palmöl (nach Soja) und zukünftig steigender Angebotsmengen aus südamerikanischen Ernten als nicht von Dauer zu bezeichnen. Verzögerungen der Ernte, beim Transport, abnehmende Verkaufszurückhaltungen sind Hemmnisfaktoren, die einem beschleunigten Kursrückgang vorübergehend  im Wege stehen.

Die derzeitige Entwicklung ist zwar ähnlich wie im abgelaufenen Jahr 2013, in dem vergeblich auf die angekündigten Kursrückgänge gewartet wurde, scheinen sich aber in diesem Jahr aufgrund wesentlicher größerer Mengen nicht im gleichem Umfang zu wiederholen.  

Der Vorratsbericht des USDA am kommenden Montag wird möglicherweise mehr Aufschlüsse liefern.

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