30.
05.14
Sojaschrot: Durststrecke hält an - Kurse weiter auf Höhenflug

Ölsaaten Cockpit, 30.05.2014

Bullish
  • angespannte vordere Versorgungslage bis Angebotsrisiko überschaubarer wird
  • Wachstums- und Ertragsrisiken für die neuen Ernten
  • Verkaufszurückhaltung in Argentinien (wie lange?)
  • Nachfrageverhalten Chinas
Bearish
  • hohe südamerikanische Ernten auf dem Weg
  • hohe Erwartungen an die US-Ernte im Herbst
  • nicht mehr drängende Nachfrage im Futterbereich aufgrund niedriger Tierbestände

IGC erhöht Schätzung der Sojaernten

Die globale Sojaernte Sep/Aug 2013/14 schätzt der internationale Getreiderat (IGC) auf rd. 284 Mio. t . Im Vormonat lag  die Schätzung noch um rd. 1 Mio. t niedriger. Verbesserungen wurden in den nord- und südamerikanischen Erzeugungsgebieten gefunden.

Die Verbrauchsseite mit 282 Mio. t zeigt, wie eng das Angebots-Nachfrage-Verhältnis zurzeit ausfällt. Für China schätzt der IGC einen Gesamtverbrauch von rd. 80 Mio. t. Davon werden rd.  69 Mio.t eingeführt. Die Importsteigerungen zum Vorjahr werden auf +9 Mio. t geschätzt. Im Vergleich dazu importiert die EU rd. 12,5 Mio. t Sojabohnen; dazu kommen noch knapp 20 Mio. t Sojaschroteinfuhren.

Die im Frühjahr bzw. Frühsommer abgeschlossenen südamerikanischen Ernten des Jahres 2014 wurden wieder nach oben gesetzt. Argentiniens Ernte soll jetzt doch wieder bei 54,5 Mio. t liegen. Auch die zwischenzeitlich abgestufte brasilianische Ernte wird jetzt auf 86,6 Mio. t veranschlagt. In ganz Südamerika geht man von rd. 155 Mio. t aus im Vergleich zu 138 Mio. t im vergangenen Jahr.

Auffallend sind die 4 mal so hohen Endbestände gegenüber früheren Jahren in Argentinien. Hintergrund ist die Verkaufszurückhaltung der argentinischen Farmer, die mit Hilfe ihrer Sojabestände der hohen argentinischen Inflationsrate entgegen wirken wollen. Bei steigenden Sojakursen im vergangenen Jahr ist die Rechnung aufgegangen. Die bisherige Preisentwicklung verläuft zwar bisher ähnlich wie im letzten Jahr. Bis jetzt ist noch keine große Verhaltensänderung beim Sojaverkauf zu beobachten.

Die niedrigen hinteren Terminkurse im Herbst /Winter 2014/15 signalisieren jedoch eine völlig andere Entwicklung. Ob, wann und in welchem Umfang eine Angebotssteigerung aus Argentinien kommt, bleibt vorerst unsicher.

Die Sojabestellung in den USA läuft auf vollen Touren und ist gut im Plansoll. Die Anbauflächen werden größer ausfallen als im letzten Jahr. Die US-Ernte könnte weit über 95 Mio. t  liefern. Aber dazu gehört eine günstige Ertragsbildungsphase im August 2014.

Die Sojakurse befinden sich immer noch auf einem Hochpreisniveau. Mehrfache Ansätze zum Nachgeben sind immer wieder abgefangen worden. Dahinter steht die äußerst angespannte Versorgungslage in den USA mit erheblichen Risiken einer gesicherten Belieferung mit Sojaschrot bis zur neuen Ernte im September. Importe aus Südamerika sind zwar hilfreich, können aber das Problem der Engpasslage nicht grundlegend ändern.

Hohe Kurse in einer angespannten Versorgungslage werden noch eine Weile andauern, bis die Versorgungssicherungsrisiken überschaubarer werden.

Sojaschrot: Durststrecke hält an - Kurse weiter auf Höhenflug
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ZMP Live Expertenmeinung

Die jüngste IGC-Schätzung zum Sojamarkt hat die bisherigen Entwicklungslinien bestätigt. In den vorderen Liefermonaten bestehen Engpässe, die insbesondere in den USA vorherrschen. Diese Lage wird noch einige Wochen und Monate anhalten, bis die Versorgungsrisiken überschaubarer  werden. Spätestens ab den Spätsommermonaten sollten sich die Kursrückgänge verstärkt durchsetzen. Gesteuert wird die Preisentwicklung durch die zunehmenden Lieferungen aus Südamerika und den Wachstumsverlauf sowie Ertragsentwicklung  bei den US-Sojabohnen. Ganz von Ferne winken die Perspektiven einer hohen Sojaaussaat ab Okt 2014 in den südamerikanischen Staaten.

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