Die Sojakomplex reagiert sensibel auf die Spannungen in Nah-Ost. Die Sojabohnen-Futures gaben im Verlauf des Montags um 9 bis 15 US-Cent nach. Der Juli-Kontrakt schloss bei 1058,60 US-Cent/bushel. Auch Sojaschrot verlor für den Juli und lag 1,70 US-Cent niedriger.
Marktbelastend wirkte insbesondere die Schwäche beim Sojaöl, das Verluste von 135 Punkten verzeichnete. Hintergrund war unter anderem ein kräftiger Rückgang beim Rohölpreis um 6,70 US-Dollar, ausgelöst durch geopolitische Spannungen zwischen den USA und Iran. Nach einem US-Luftschlag auf iranische Nuklearanlagen hatte der Iran einen Raketenangriff auf eine US-Basis in Katar gemeldet – allerdings ohne Schäden, da die US-Seite vorab informiert worden war. In der Folge fiel der Ölpreis heftig, da die Reaktion des Irans im Gegensatz zu einigen Erwartungen extrem schwach ausfiel. Dies ließ Hoffnungen zu, dass der Konflikt nicht weiter großartig eskaliert. Auch die Pläne zur Schließung der Straße von Hormus sind vorerst vom Tisch.
Neben diesen geopolitischen Unsicherheiten blieben die USDA-Bonitätsbewertungen der US-Sojabestände stabil bei 66 % in guter/ausgezeichneter Verfassung. Der Stand der Entwicklung liegt mit 96 % Aussaat und 90 % Auflauf auf dem Niveau des Fünfjahresdurchschnitts.
Auf der Exportseite zeigte sich ein deutliches Nachlassen: Die USDA-Exportdaten meldeten mit nur 192.890 t ein Tief für das laufende Wirtschaftsjahr, 13,7 % weniger als in der Vorwoche und fast 45 % unter dem Vorjahreswert. Die Hauptabnehmer waren Mexiko und Deutschland.
Durch den starken Verfall des Rohölpreises wurde auch Canola in Mitleidenschaft gezogen und verlor an der ICE in Winnipeg im Monat Juli um ganze 22,00 Can-$ auf 721,60 Can-$/t. Der Raps rutschte an der Euronext ebenfalls wieder unter die 500 €-Marke und verlor für den August mit 6,25 € auf 499,00 €/t.