Die Sojabohnen standen am Dienstag klar unter Druck. In Chicago fiel die Mai-Bohne um 4,25 US-Cent auf 1.158,00 US-Cent/bushel, während der Juli-Kontrakt um 4,75 US-Cent auf 1.172,75 US-Cent/bushel nachgab. Auch spätere Termine tendierten schwächer. Schrot verlor für den Mai um 2,20 US-$ auf 329,70 US-$/short ton.
Belastend wirkt vor allem das zügige Vorankommen der US-Aussaat. Mit 6 Prozent liegt sie nicht nur deutlich über dem Vorjahreswert, sondern auch über dem Fünfjahresdurchschnitt, was klar bärisch interpretiert wird. Bis auf Iowa sind alle wichtigen Bundesstaaten im oder über Plan. Gleichzeitig richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf die anstehenden Verarbeitungszahlen, wobei eine hohe März-Verarbeitung erwartet wird.
Zusätzlicher Druck kommt aus Südamerika. Die brasilianische Sojabohnenernte wurde erneut nach oben korrigiert und erreicht nun 179,15 Mio. t bei gleichzeitig steigenden Hektarerträgen. Dieses wachsende Angebot trifft auf eine robuste, aber bereits eingepreiste Nachfrage. Zwar importierte China im März deutlich mehr Sojabohnen als im Vorjahr, doch reicht das nicht, um die bärische Grundstimmung zu drehen.
Auch der Ölsaatenkomplex insgesamt zeigte Schwäche. In Winnipeg gab Canola für den Mai um 1,20 Can-$ auf 704,10 Can-$/t nach, während Raps in Paris ebenfalls deutlich unter Druck geriet und für den August um 5,00 € auf 492,25 €/t verlor. Damit fehlt dem Sojamarkt ein stabilisierender Impuls von der verwandten Produktseite. Unter dem Strich dominierten steigende Produktionserwartungen und eine schnelle Aussaat das Geschehen und halten die Kurse in der Defensive. Außerdem äußerte sich der US-Vize positiv zu den Gesprächen mit dem Iran, was den Ausblick auf eine weiterhin harte Konfrontation zumindest etwas unwahrscheinlicher werden lässt.