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Ölsaaten: Geopolitik dominiert die Stimmung bei Pflanzenölen

In Chicago standen Sojabohnen zum Wochenstart unter Abgabedruck. Der März-Kontrakt verlor 7,25 US-Cent und schloss bei 1150,00 US-Cent/bushel. Auch der Mai gab 6,75 US-Cent auf 1164,00 US-Cent/bushel nach. Der Juli-Termin notierte ebenfalls schwächer und büßte 5,75 US-Cent ein. Schrot gab um 7,60 US-$ auf 312,90 US-$/short ton für den Mai nach. 

Belastend wirkte vor allem die geopolitische Unsicherheit. Nach den US und israelischen Angriffen auf den Iran sprang Rohöl um 4,01 US-Dollar an und stützte damit das Sojaöl deutlich. Die Bohne selbst blieb jedoch unter Druck, auch weil China die Angriffe verurteilte und im Vorfeld eines erwarteten Treffens mit den USA Zurückhaltung signalisiert. Händler werten das als bärisches Signal für die Exportperspektiven.

Dabei fielen die jüngsten Exportinspektionen robust aus. Mit 1,138 Mio. t lagen die Verschiffungen 66,9 Prozent über Vorwoche und 62 Prozent über Vorjahr. Hauptabnehmer war China. Seit Beginn des Vermarktungsjahres summieren sich die Exporte jedoch auf 26,18 Mio. t und liegen damit weiterhin deutlich unter Vorjahr.

Bullisch interpretieren Marktteilnehmer die Januar Verarbeitung. Mit 227,8 Mio. Bushel lag die Sojabohnenverarbeitung über den Erwartungen. Gleichzeitig stiegen die Sojaölbestände kräftig an, was den Ölmarkt perspektivisch bremsen könnte.

In Brasilien kommt die Ernte langsamer voran als im Vorjahr. AgRural kürzte die Prognose auf 178 Mio. t, StoneX auf 177,8 Mio. t. Das sorgt für latente Unterstützung.

Am Raps und Canolamarkt dominierten Käufer. In Winnipeg sprang der Mai Kontrakt um 13,70 Can-$ auf 688,40 Can-$/t. In Paris gewann der Raps im Mai 7,00 € auf 494,00 €/t. Der gesamte Ölsektor ist auch hier von der geopolitischen Unsicherheit geprägt. Die iranischen Revolutionsgarden verkündeten, dass sie jedes Schiff beschießen würden, was die Straße von Hormus kreuzt. Durch die Passage gelangen rund ein Fünftel der weltweiten Ölvorkommen, was sich entsprechend im Preis niederschlägt. Auch trafen die Iraner die größte Raffinerie von Saudi Aramco, woraufhin der Konzern die Produktion aussetzte und die Ängste einer Versorgungsknappheit weiter schürte. 

Quelle
VR AGRAR
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