In Chicago schlossen die Sojabohnen mit einem Minus von 2,50 US-Cent bei 1168,50 US-Cent/bushel im Mai-Kontrakt. Auch die Folgetermine gaben leicht nach, ohne dass sich ausgeprägter Verkaufsdruck durchsetzte. Der Mai bei Schrot legte indess zu und schloss 1,80 US-$ höher bei 318,20 US-$/short ton.
Aus Händlersicht hielten sich bullische und bärische Faktoren die Waage. Belastend wirkte vor allem der Rückgang der Rohölpreise, der insbesondere Sojaöl deutlich unter Druck setzte und damit die gesamte Ölsaatenkomplex schwächte. Gleichzeitig sorgte die robuste Nachfrage der Verarbeiter für Stabilität: Die Sojabohnenvermahlung lag im Februar mit 214,2 Mio. Bushel klar über Vorjahr und markierte auf Tagesbasis sogar einen Rekordwert. Das stützt den Markt und begrenzt das Abwärtspotenzial.
Am Exportmarkt bleiben die Erwartungen verhalten. Händler rechnen mit soliden, aber unspektakulären Verkäufen der alten Ernte, während das Neugeschäft kaum Impulse liefern dürfte.
International verstärkte sich der bärische Ton. Canola gab in Winnipeg deutlich nach, der Mai-Kontrakt verlor 13,30 Can-$ auf 718,40 Can-$/t. Neben Gewinnmitnahmen drückte vor allem der schwächere Energiemarkt auf die Notierungen. Auch Raps folgte in Paris diesem Trend und fiel um 9,50 € auf 504,75 €/t. Damit blieb der gesamte Ölsaatenmarkt unter Druck. Mittlerweile sind die Preise für Rohöl wieder kräftig gestiegen, nachdem Händler eine Verlängerung des Iran-Konfliktes befürchten.