Am Terminmarkt in Chicago hat der Sojakomplex zu Wochenbeginn eine markante Kehrtwende vollzogen. Der Maikontrakt bei Sojabohnen verlor bis zum Handelsschluss 4,50 US Cent und rutschte auf 1196,25 US Cent/bushel ab. Auch Sojaschrot geriet unter Druck und gab im Mai um 3,70 US-$ auf 313,50 US-$/short ton nach.
Aus Händlersicht war die Kursbewegung weniger fundamental als vielmehr ein Echo der extremen Schwankungen am Energiemarkt. Die Rohölsorte WTI schoss im elektronischen Handel zwischenzeitlich um rund 30 Prozent nach oben, ausgelöst durch die Entwicklungen im Iran Krieg. Im Tagesverlauf drehte die Stimmung jedoch komplett, sodass Rohöl später deutlich nachgab. Fundamental sprechen derzeit eher bärische Argumente. Brasilien bringt weiterhin eine rekordhohe Sojaernte ein und sorgt damit für reichlich Angebot am Weltmarkt. Allerdings kommen die Feldarbeiten langsamer voran als geplant. Nach Angaben des Beratungsunternehmens AgRural waren bis Donnerstag erst 51 Prozent der Flächen abgeerntet. Im Vorjahr lag der Wert zum selben Zeitpunkt bei 61 Prozent.
Auch am Rapskomplex zeigte sich das volatile Marktumfeld. Canola in Winnipeg drehte nach festem Start und der Maikontrakt verlor 4,40 Can-$ auf 726,40 Can-$/t. An der Euronext in Paris setzte sich dagegen die feste Tendenz fort. Der Mai Raps legte um 4,75 € auf 514,00 €/t zu.