Die US-Sojabohnen konnten sich am Donnerstag fester behaupten. In Chicago stiegen die Mai-Kontrakte um 6,75 US-Cent auf 1168,50 US-Cent/bushel, während November um 4,75 US-Cent auf 1146,25 US-Cent/bushel zulegten. Der Markt wurde vor allem von den neuen Erntekontrakten gestützt, während Sojaschrot, mit einem Plus von 10,80 US-Cent auf 332,50 US-Cent/bushel, deutlich anzog und Sojaöl leicht nachgab.
Fundamental bleibt das Umfeld klar bärisch. Die wöchentlichen Exportverkäufe fielen mit 298.208 t auf ein Vermarktungsjahrestief und lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Auch die Neubuchungen enttäuschten. Gleichzeitig erhöhen steigende Ernteprognosen in Brasilien durch das Analystenhaus Abiove sowie verbesserte Bestandsbewertungen in Argentinien den Angebotsdruck.
Dennoch entwickelt sich der Markt aktuell entgegen dieser schwachen Datenlage bullisch. Hintergrund ist die angespannte geopolitische Situation im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt und den jüngsten Angriffen auf Energieanlagen. Die daraus resultierende Stärke der Energiemärkte stützt den gesamten Ölsaatenkomplex und überlagert kurzfristig die negativen Fundamentaldaten.
Passend dazu zeigte sich Canola in Winnipeg fester und profitierte zusätzlich von Sorgen um die Düngemittelversorgung. Raps in Paris konnte diese Impulse hingegen nicht aufnehmen und gab leicht nach. Insgesamt bleibt der Markt im Spannungsfeld zwischen klar bärischer Versorgungslage und geopolitisch getriebener bullischer Unterstützung.