(AMI) Im aktuellen Handel mit Schlachtschweinen stehen sich Angebot und Nachfrage nach Schweinen insgesamt knapp ausgeglichen gegenüber. Die Fleischnachfrage ist jahreszeittypisch schwach, aber das ist auch normal für diese Zeit.
Die Importblockade Russlands gegenüber sämtlichen Schweinefleischlieferungen aus der EU wirbelt die Handelsströme durcheinander und drosselt insgesamt den Fleischabsatz aus der EU heraus. Kurzfristig scheint sich keine Lösung anzubahnen, obwohl von der EU Kommission und einzelnen Mitgliedsstaaten fieberhaft daran gearbeitet wird. Der jüngste Nachweis der Afrikanischen Schweinepest auf polnischem Territorium hat die Verunsicherung der Marktbeteiligten zusätzlich verstärkt. Leicht marktstützend wirkt die Tatsache, dass in Deutschland und auch in den Nachbarländern keinesfalls zu viele Schlachtschweine verfügbar sind. Diese soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es Preisdruck im Handel mit Schlachtschweinen und mit Schweinefleisch gibt. In Belgien ist der Markt zweigeteilt: Die Unternehmen, die inlandsorientiert ihr Schweinefleisch vermarkten, berichten von normalen Geschäften. Exportorientierte Unternehmen in Belgien beklagen dagegen das schwierige Umfeld im Export. Entsprechend der jüngsten Entwicklung der Schweinepreise gaben auch die Kurse für Lachse und Schinken leicht nach. Trotz einer relativ guten inländischen Schweinefleischnachfrage in Frankreich gibt es auch hier eine Verunsicherung unter den Marktbeteiligten. An der unterdurchschnittlichen Angebotsentwicklung und den sinkenden Schlachtgewichten dürfte sich im groben Trend in den nächsten Wochen wenig ändern. Im Handel mit Bäuchen und Speck gibt es Preisdruck in Spanien. Die zukünftige Entwicklung im Chinageschäft wird skeptisch beurteilt. Hinsichtlich der Preisentwicklung dürfte der unterschwellige Preisdruck dafür sorgen, dass die Schweinepreise in Spanien leicht schwächer tendieren. In Italien stehen sich Angebot und Nachfrage nach Schlachtschweinen ausgeglichen gegenüber. Die Schweinepreise tendieren aus Erzeugersicht bestenfalls unverändert, da auch hier die Fleischpreise leicht Federn lassen.
In Deutschland ist die Preistendenz unsicher, da die Handelsströme Deutschlands und der Nachbarländer teils blockiert sind. Preisgünstige Offerten aus den Niederlanden und starker Druck auf die Schweinepreise in den Niederlanden und in Polen sind erste Auswirkungen.