Aktualisierte und korrigierte Viehzählungsauswertung in repräsentativen EU-Ländern
Die von Eurostat überarbeiteten Viehzählungsergebnisse liefern im Grundsätzlichen zwar die gleichen Aussagen wie die erste Fassung. Die in den wichtigsten Erzeugungsgebieten festgestellten Schweinebestände mit repräsentativem Aussagewert gehen um rd. 2 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Aber es gibt teilweise beachtliche Veränderungen.
Erhebliche Korrekturen wurden bei den polnischen Zahlen vorgenommen. Statt eines Herdenaufbaus wird jetzt von einem um 4 % verringerten Bestand ausgegangen. Damit hat Polen seit dem EU-Beitritt 40 % seines Schweinebestandes verloren. Auch die italienischen Zahlen wurden so geändert, dass sie jetzt zumindest mit den aktuellen Marktgegebenheiten in Italien in plausibler Übereinstimmung stehen.
Die Sauenbestände in den ausgewählten 13 Staaten sollen um 3,4 % zurückgehen. Die stärkste Abnahme mit -8 % wird aus Polen gemeldet. Aber auch das 2.größte Erzeugungsgebiet der EU Spanien geht von einer Sauenbestandsverringerung von 6 % aus. Für Deutschland stellt Eurostat eine Rückgang der Sauenherde von rd. 5,5 % fest. Positive Bestandsveränderungen werden lediglich in Italien, Niederlande, Irland und Dänemark registriert.
Der beachtliche Abbau der Muttertierbestände lässt erwarten, dass das Ferkel- und Mastschweineaufkommen bis in das Jahr 2014 hinein niedriger ausfällt. Es fehlen 386.000 Sauen in den 13 Ländern, die bei knapp unterdurchschnittlicher Leistung rd. 7,5 Mio. Ferkel geliefert hätten. Wenn man eine genetische und strukturelle Leistungssteigerung von 0,2 Ferkel je Sau und Jahr dagegen hält, ist eine Teilkompensation von rd. 2,2 Mio. Ferkel denkbar. Per Saldo bleibt ein rechnerischer Fehlbetrag an Ferkeln von rd. 5 Mio. Stck.
Die Viehzählungen im Herbst//Winter 2013 werden erneut Aufschluss darüber liefern, ob und inwieweit eine Kehrtwende in der europäischen Schweinebestandsentwicklung stattfindet. Im Regelfall liefern die Herbst-/Winterzählungen saisonal bedingt geringere Bestandszahlen.