Schweinefleischmarkt – mittelfristig leicht steigende Erzeugung und anziehende Preise.
In den zurückliegenden Jahren hat sich die EU-Schweinefleischerzeugung unter dem wechselnden Druck unterschiedlich hoher Futtermittelpreise bis in die jüngste Zeit um etwa 10 % zurückentwickelt. Das Jahr 2013 stellt nach den Berechnungen der Kommission den bisherigen Tiefpunkt dar. Weitere Einflussfaktoren waren die strukturellen Umstellungen mit Schwerpunkt der Bestandsrückgänge in den mittel- und osteuropäischen Ländern, aber auch in Großbritannien und Frankreich. Die rückläufigen Sauenbestände wurden durch eine höhere Produktivität teilweise wieder wettgemacht. In jüngerer Zeit spielen die Auflagen in Sachen Tierhaltung eine weiter zunehmende Rolle.
Nach der mittelfristigen Vorausschau der EU-Kommission bis zum Jahr 2023 wird von einer Stabilisierung im laufenden Jahr 2014 ausgegangen. In der Folgezeit schätzen die EU-Marktexperten wieder einen Anstieg der Produktion um rd. 1,1 Mio. t auf 23,4 Mio. t im Jahre 2023.
Die Inlandsnachfrage nach Schweinefleisch soll in Zukunft weiter mäßig zunehmen. Der Pro-Kopf-Verbrauch soll in den nächsten 10 Jahren nur um knapp 1 kg steigen.
Der Nettoüberschuss der inländischen Schweinefleischerzeugung wird tendenziell größer. Als Ventil bleibt ein wieder ansteigender Export in Richtung 2,3 Mio. t Schlachtgewicht. Hoffnungen werden weiterhin auf China gesetzt. Sollten die Chinesen ihren angestrebten Selbstversorgungsgrad um 1 % reduzieren, würde ein Importvolumen von 0,5 Mio. t eröffnet. Ein Teil davon könnte für die EU abfallen. Allerdings sind die Importrestriktionen Russlands für die EU aufgrund der Transportnähe wesentlich bedeutsamer. Der Höhepunkt der Schweinefleischeinfuhren hat Russland im Jahre 2012 mit rd. 1,1 Mio. t erreicht. Für das Jahr 2014 wird nur mit 0,92 Mio. t gerechnet.
Der EU-Import von Schweinefleisch liegt fast bei Null.
Unter Hinweise auf die Marktpreisentwicklung in den USA und Brasilien schätzt die EU-Kommission für die Zukunft steigende Schweinepreise, die von EU-Durchschnittspreisen des Jahres 2013 in Höhe von 1,76 über die Zwischenstufe von 1,83 im Jahre 2015 auf über die 2 €/kg –Marke ab dem Jahre 2019 steigen sollen.
Allerdings gibt die EU-Kommission eine weite Spannbreite denkbar anderer als durchschnittlicher Preisentwicklungen an, die von 1,50 bis 2,50 €/kg im Verlaufe der nächsten 10 Jahre eintreten können. Eine steigende Tendenz wird in jedem Fall unterstellt.