Schweinehaltung in Spanien wächst
Nach Deutschland mit 28,23 Mio. Schweinen steht Spanien mit 26,55 Mio. Tieren an zweiter Stelle in der EU. Allerdings fällt die spanische Schweinefleischerzeugung mit 3,57 Mio. t deutlicher hinter der deutschen Produktion mit 5,5 Mio. t zurück. Die Gründe liegen einmal bei den hohen deutschen Ferkeleinfuhren von rd. 11 Mio. Stück je Jahr und in den unterschiedlichen tierischen Leistungen in der Aufzucht und der Mast.
Während in Deutschland die Schweinfleischerzeugung mind. bis zum Jahre 2011 kräftig anstieg, fällt der spanische Erzeugungszuwachs geringer aus. In beiden Fällen sind in den letzten 3 Jahren nur noch geringe Veränderungen zu beobachten.
In beiden Ländern stagniert der Schweinefleischverbrauch. In Spanien besteht jedoch ein erheblicher Unterschied zwischen der Sommer- und Wintersaison. In der Urlaubsperiode sind rd. 5 Mio. Menschen mehr zu versorgen. Die saisonalen Schweinepreise liegen in der Urlaubszeit regelmäßig an der Spitze der EU-Preise und fallen zum Winter kräftig ab.
Nach den letzten Schweinezählungen im Dez 2014 soll die Zahl der spanischen Sauen nochmal um 4,7 % erhöht werden. Unter Berücksichtigung der höheren Ferkelleistung rechnet man 2015 mit einer Steigerung der spanischen Schweinefleischerzeugung um 4,1 %
Spanien ist genau so Nettoexporteur an Schweinefleisch wie Deutschland. Die spanischen Exporte wurden im Jahre 2014 auf etwas über 1 Mio. t Produktgewicht gesteigert. Der russische Importstopp hat die Exportwirtschaft Spanien weniger stärker getroffen als in Deutschland. Die iberische Halbinsel verlor zwar 2 % der Ausfuhren in Richtung Nordeuropa, konnte aber in Italien und Portugal Boden gut machen.
Die spanischen Exporterfolge in Drittländer können sich sehen lassen. Die Lieferungen nach Japan verdreifachten sich und nach Südkorea und Philippinen konnte im Jahr 2014 eine Verdoppelung erreicht werden. Exportschlager sind spanische Schinken- und Wurstspezialitäten. Nach China wurden 30 % mehr ausgeführt, allerdings handelt es sich dabei überwiegend um Schlachtnebenprodukte.
Insgesamt sind die Schweinefleischausfuhren Spaniens von 2009 bis 2014 um 22 % volumenmäßig und um 85 % wertmäßig gestiegen
Die Exportsteigerungen haben allerdings auch einen Preis. Die Schweinenotierungen lagen wochenlang bis in den Jan 2015 bei 1,03 € je kg Lebendgewicht bzw. 1,30 € je kg Schlachtgewicht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Spanien aufgrund eines erheblichen Importbedarfs an energie- und eiweißhaltigen Futtermittel hohe Futterkosten zu verkraften hat. Dem stehen einige Erleichterungen beim Bauen entgegen.