US-Fleischmarkt 2025: weniger Rind, mehr Schwein, noch mehr Hähnchen
Anläßlich der monatlichen Vorschau auf den US-Fleischmarkt 2025 prognostiziert das US-Agrarministerium (USDA) in seiner Mai-Ausgabe einen stagnierenden Fleischmarkt in Höhe von knapp 46 Mio. t insgesamt. Bei den einzelnen Fleischarten sind jedoch deutliche Unterschiede auszumachen.
Die US-Rindfleischerzeugung befindet sich seit mehreren Jahren in einer rückläufigen Entwicklung. Für das Jahr 2025 wird nochmals mit einem Rückgang von -5,5 % gerechnet. Das Inlandsangebot bleibt aufgrund des vorausgegangen Abbaus der Rinderbestände relativ klein. Der Import gleicht das Produktionsdefizit nur zu hohen bzw. steigenden Preisen, aber nicht voll aus. Daraus folgen hohe Verbraucherpreise, die zu einer zurückhaltenden Nachfrage führen. Das USDA schätzt eine PKV-Rückgang von 26,4 kg auf 25,2 kg je Kopf. Die Marktpreise sollen 2025 um +2,7 % höher ausfallen.
Der US-Schweinefleischmarkt profitiert vom gestiegenen Inlandsverbrauch, aber auch von den um 5 % höheren US–Ausfuhren aufgrund der wenig wettbewerbsfähigen EU-27-Exporte.
Für die Barbecuemonate Juli – Sept.2024 rechnet das USDA bei geringfügig steigender Inlandserzeugung und Importen mit Schwerpunkt aus Kanada mit Durchschnittspreisen von umgerechnet 1,95 €/kg.
Im weiteren Verlauf der Herbst-/Wintermonate 2024/25 geht man von einer steigenden US-Schweine-fleischerzeugung aus, die mit der erhöhten Ferkelleistung je Sau begründet wird. Diese Entwicklung hat sich in jüngster Zeit aufgrund geringerer Krankheitsausfälle immer deutlicher abgezeichnet. Dementsprechend werden die Preiserwartungen für das 4. Quartal-24 auf 1,54 €/kg und im I. Q.-2025 auf 1,62 €/kg etwas niedriger eingeschätzt.
Die Hochrechnung für das ganze Jahr 2025 liefert eine Produktionssteigerung von 1,2 % bei einer wenig veränderten Verbrauchsentwicklung im Inland; die Exporte werden um rd. 4,8 % über dem laufenden Jahr eingestuft. Das Preisniveau wird im Jahresdurchschnitt 2025 auf 1,65 €/kg veranschlagt.
Der US-Hähnchenmarkt zeigt in der letzten Zeit zwar nicht die große Entwicklungsdynamik wie in früheren Jahren, steigt aber mit +1,6 % stärker an als die anderen Fleischarten. Hintergrund ist der vergleichsweise niedrige Preis, der auch für 2025 unter dem Vorjahr bleiben soll. Dadurch verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen Fleischarten. Das USDA prognostiziert einen leicht steigenden Verbrauch 2025 von 46 kg je Kopf und Jahr.