Schweinepreise in den USA unter mehrjährigen Durchschnittswerten
Gemessen an den durchschnittlichen US-Schweinepreisen in den Jahren von 2010 bis 2014 liegen die aktuellen nationalen Basiswerte um rd. 25 % niedriger. Hintergrund ist die starke Produktionssteigerung nach der PEDv-Epidemie, die in den USA im Winter 2013/14 etwa 15 % der Ferkel kostete. Der starke Bestandsaufbau ebbt zwar langsam ab, aber das hohe Produktionsniveau ist geblieben.
Auf der Nachfrageseite konnte eine starke Zunahme des Inlandsverbrauchs beobachtet werden, die im Wesentlichen durch die überproportional gestiegenen Rindfleischpreise ausgelöst worden ist. Der Export hingegen leidet unter dem starken Dollarkurs, der die US-Exportwirtschaft eine geringe Konkurrenzfähigkeit beschert. Schmerzhaft ist der zunehmende Verlust des Absatzpotenzials in China/Hongkong.
Die Schweinepreise in den USA sollen auch im weiteren Verlauf des Jahres 2016 unter Druck stehen. Ausnahme bildet vorübergehend die Barbecue-Saison in den Sommermonaten. Einerseits fallen die täglichen Zunahmen bei den Schweinen in der wärmeren Jahreszeit schwächer und andererseits steigt der Fleischabsatz in der Grillsaison. Die Preiserwartungen liegen für den Sommer knapp unter 1,60 €/kg, wobei die Umrechnung durch schwankende Wechselkurse zu berücksichtigen ist.
Beginnend mit den Herbstmonaten werden wieder fallende Kurse erwartet, die im Dez. 2016 bei rd. 1,25 €/kg landen können.
Für das gesamte Jahr 2016 rechnet man mit ähnlich niedrigen Preisen wie im Vorjahr 2015, bleibt aber konstant 25 % unter dem mehrjährigen Mittelwert von 2010 bis 2014 zurück.
Die unmittelbare Handelskonkurrenz zwischen der EU und denUSA mit jeweils ein Drittel Anteil am Weltmarktexport bringt es mit sich, dass die US-Schweinepreise das EU-Preisniveau mit beeinflussen und umgekehrt. Dabei ist immer noch der Wechselkurs zu berücksichtigen.