USDA-Kühlhausbericht zum 1. Mai 2015: überdurchschnittlich hohes Vorratsniveau
Die Fleischvorräte in den US-Kühlhäusern waren noch nie so groß wie zum 1 Mai 2015. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) stellte einen um 15 % höheren Bestand an gefrorenem Rind-, Schwein- und Geflügelfleisch fest. Die Gründe sind höhere Eigenerzeugung und größere Importe.
Rindfleischvorräte liegen um 24 % höher als im schwachen Vorjahr und 8 % höher als im 5 Jahresmittel. Die Verbraucher haben auf die hohen Rindfleischpreise in den USA mit moderatem Einkaufsverhalten reagiert. Andererseits sind hohe Rindfleischpreise attraktiv für Exporteure aus Billigländer, vor allem Australien. Die hohen Kühlhausvorräte werden für die kommenden Monate im Sommer und Herbst auf die Preise drücken.
Die Schweinefleischvorräte liegen um rd. 14 % über den Vorjahren. Ursachen sind die steigende Eigenerzeugung mit +5 % gegenüber Vorjahr und der verhaltene Export aufgrund des vergleichsweise festen Dollarkurses. Die europäische Konkurrenz macht ebenfalls zu schaffen. Die Kurse für Schweinefleisch an den Börsen haben deutlich nachgegeben und liegen jetzt bei umgerechneten 1,46 € je kg. Für den Herbst werden weiter fallende Schweinefleischkurse angezeigt.
Die Geflügelfleischvorräte liegen um 20 % höher im Vergleich zum Vorjahr bzw. rd. 10 % über dem 5-Jahres-Mittel. Der starke Produktionsanstieg ist zwar ein wenig gehandicapt durch die Epidemie des Geflügelvirus, der bisher jedoch schwerpunktmäßig Legehennen und Putenbestände getroffen hat. Bisher sind 50 Mio. Tiere der Epidemie zum Opfer gefallen. Die Broiler-Erzeugung mit hoher Konzentration im Südosten der USA ist bisher von der Seuch wenig in Mitleidenschaft gezogen.
Allerdings erfolgt eine indirekte Wirkung, dadurch dass Einfuhrländer von US-Geflügelfleisch aus Sorge um eine Einschleppung des Virus auf Importe verzichtet haben. Dadurch entsteht Druck im US-Binnenmarkt, der nur teilweise durch den Ausfall von Putenfleisch kompensiert werden kann.
Große Sorgen bestehen in der Broilerbranche für den Herbst 2015, wenn die Zugvögel ihren Weg von Norden nach Süden antreten und damit das Zentrum der Hähnchenmast mit dem Geflügelvirus epidemieartig infizieren könnte.