Schweinefleischmarkt 2018 – China erholt sich- USA boomt-EU stagniert
Halbjährlich schätzt das US-Agrarministerium die zukünftige Entwicklung auf den Fleischmärkten. Für 2018 wird von einem weiteren Wachstum auf dem Schweinefleischmarkt in durchschnittlicher Höhe von 1,8 % ausgegangen. In den einzelnen Erzeugungsgebieten sind jedoch unterschiedliche Verhältnisse anzutreffen.
Im weltgrößten Erzeugungsgebiet China erwartet das USDA eine Wiedererholung von Schweineproduktion und –verbrauch. Die bisher größte chinesische Erzeugungsmenge im Jahre2014 mit 56,71 Mio. t ist auf 53 Mio. t gefallen und soll im kommenden Jahr auf 54,75 Mio. t ansteigen. Der chinesische Verbrauch erreicht noch nicht wieder die alte Marke von 57,2 Mio. t; die Schätzung für 2018 lautet auf 56,11 Mio. t. Der Importbedarf wird von bisherigen 2,1 Mio. t auf 1,6 Mio. t (gemessen in Schlachtgewicht) zurückgehen.
In den USA ist die Schweinefleischerzeugung seit 2014 bis 2017 um 13 % erheblich gestiegen. Für 2018werden weitere + 4 % erwartet bzw. 0,5 Mio. t.Beachtlich ist die Steigerung der Inlandsnachfrage von 8,5 Mio. t im Jahre 2014 auf 9,86 Mio. t im kommenden Jahr 2018,eine Steigerung von 16 %. Die US-Exporte sollen 2018 von 2,6 auf 2,7 Mio. t ansteigen, aber an 2. Stelle hinter der EU bleiben.
Die russische Schweinefleischerzeugung ist unter dem Druck des Fehlbedarfs infolge der Importsperreum 20 % auf 3 Mio. t gestiegen. Der Selbstversorgungsgrad ist von unter 75 % auf 92 % gewachsen. Für das Jahr 2018 soll Russland seine Erzeugung um 1,3 % ausdehnen.Größtes Hindernis bleibt die Afrikanische Schweinepest. Die russischen Gesundheitskontrollen sollen schärfer werden.Exportpläne werden vorerst auf Eis gelegt. Die russischen Schweinepreise sind von 2,50 €/kgim März 2017 jetzt unter 2 €/kg gefallen.
Für das Gebiet der EU schätzt das USDA einen geringfügigen Rückgang der Schweinefleischerzeugung von 23,4auf 23,35 Mio. t. Die Exportmengen sollen mit 2,8 Mio. t unverändert an der Weltspitze bleiben. Der Schwerpunkt der Lieferungen geht weiter in Richtung China.
Brasilien steuert auf 3,75 Mio. t Schweinefleischerzeugung zu. Davon bleiben 2,9 Mio. t im eigenen Lande. Der Export soll auf beachtliche 830.000 t steigen. Russland war bislang der größte Abnehmer, die südostasiatischen Märkte entwickeln sich zu einem wachsenden Absatzgebiet.
Kanadas exportorientierte Schweinehaltung hat sich in den letzten 5 Jahren mit 10% Zunahme deutlich aufwärts entwickelt. Für das Jahr 2018 erwartet man eine weitere Zunahme um 2 % zum Vorjahr. Bei einer Produktion von rd. 2 Mio. t gehen 1,35 Mio. t in den Export. Vom neuen CETA-Abkommen mit der EU verspricht man sich in den kommenden Jahren neue Absatzmöglichkeiten.
Im Schweinefleischexport rangieren die 3 Regionen EU, USA und Kanada mit mehr als drei Viertel des Welthandels an den vorderen Plätzen. Beim Import beanspruchen die 3 Länder China, Japan und Mexiko mehr als die Hälfte des Welthandels.
Nach der vorübergehenden Aufstiegsphase bei Schweinefleisch boomt jetzt der chinesische Importbedarf von Rindfleisch. Die Steigerung reicht von fast Null im Jahre 2011 auf 1 Mio. t im kommenden Jahr. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.