Die Rind – und Schweinefleischerzeugungen 2014 in den USA stehen unter keinem günstigen Stern.
Bereits im Vorjahr hat die große Trockenheit in den Weidegebieten für eine erhebliche Abschlachtung der Fleischrinderbestände geführt. Die Folgen werden in diesem Jahr aufgrund des fehlenden Nachwuchses deutlich bemerkbar. Verschärft wird die Situation durch den Wiederanstieg der Milchkuhbestände, weil deutlich mehr Färsen nachgeschoben werden müssen. Insgesamt schätzt das USDA in seinem neuesten Marktbericht mit einem Rindfleischrückgang um rd. - 4,5 % für das Jahr 2014. Die Netto-Importsituation der USA wird auf diese Weise nochmal erhöht.
Die tödliche Ferkeldurchfallseuche (PEDv) wird zu verringerten Schlachtzahlen mit Schwerpunkt in den Sommer- und Herbstmonaten führen. Das genaue Ausmaß sollte zwar mit der Schweinezählung zum 1. März 2014 beziffert werden, jedoch wurden überraschend niedrige Bestandsausfälle ermittelt. Die Nachschätzungen sind noch immer in vollem Gange. Auf jeden Fall wird man versuchen, über höhere Schlachtgewichte das Schadensmaß gering zu halten. Das in den USA gängige Verbundsystem von Erzeugung, Schlachtung und Zerlegung kann flexibler handeln, als das in Europa möglich wäre.
Dennoch bleibt es bei der Einschätzung, dass in den Sommer- und Herbstmonaten mit einem geringeren Schweinefleischaufkommen von - 5 bis - 6 % gerechnet werden muss. Das geringere Angebot fällt genau in die Zeit der höchsten Nachfrage, der sog Barbecue-Saison. Die betroffenen Unternehmen versuchen bereits im Vorfeld entsprechende Vorräte anzulegen, was dazu geführt hat, dass die Preise bereits jetzt von rd. 1,60 auf 2 € /kg angestiegen sind.
Die Terminkurse der Sommermonate an den Börsen sind von ihren ganz hohen Niveau mit 2,20 €/kg etwas abgebröckelt, bleiben aber hartnäckig oberhalb der 2 €/kg Marke.
Lachender Dritter im Fleischgeschäft sind die Geflügelfleischerzeuger. Dabei profitiert sogar die bisher rückläufige Putenerzeugung mit weniger starken Bestandsrückgängen im Vergleich zu den Vorjahren. Deutliche Steigerungen um +2 % werden dagegen im Hähnchenfleischgeschäft beobachtet.
Da mittlerweile die PEDv-Seuche auch in Mexiko, Kanada sowie China und Südkorea festgestellt wurde, erwartet man entsprechende Produktionsausfälle, die insgesamt zu einer höheren Importnachfrage führen könnten. Über das Ausmaß gibt es jedoch keine konkreten Zahlen. Man kann vermuten, dass die internationalen Preise dadurch Entwicklungspotenzial nach oben erfahren werden. Dem stehen jedoch die schwachen chinesischen Schweinepreise gegenüber, die bereits zu einer Verlangsamung der Einfuhren beigetragen haben.