12.
02.15
17:25

Böse Vorahnungen für die US-Schweinewirtschaft

US-Schweinefleischerzeugung:  Gute Zeiten (2014) – schlechte Zeiten (2015)

Das Jahr 2014 wird in den USA als das Jahrhundertjahr in der Schweinefleischwirtschaft zelebriert. Im Sommer des Jahres wurden phasenweise Unternehmergewinne von über 50 € je Mastschwein erzielt. Selbst im Durchschnitt des ganzen Jahres kamen immer noch gute 20 € je Schwein heraus. Wohlgemerkt Unternehmergewinne, d.h. Gewinne oberhalb der Vollkostendeckung. Die Spitzenpreise gingen in der Grillsaison bis über 2 € je kg hinaus.

Ursache waren die Produktionsausfälle wegen der PEDv-Seuche, einer tödlichen Durchfallerkrankung bei Saugferkeln. Trotz Gegensteuerung durch 5 bis 7 kg höhere Schlachtgewichte reichte das Angebot insbesondere während der Grillsaison nicht aus. Verschärft wurde die Versorgungslage durch ein länger andauerndes Defizit im Rindfleischsektor infolge vorhergehender Trockenperioden in den US-Weideaufzuchtgebieten.

Hohe Preise und Gewinne locken die Investitionsbereitschaft heraus. Die Schweinezählung zum 1. Dez. 2014 lieferte einen um 4,5 % höheren Bestand, der sich insbesondere im Sauenbereich bemerkbar machte. Allerdings bleibt bisher noch unklar, ob sich der PEDv-Seuchenzeug in der kalten Jahreszeit Febr./März 2015 nicht wiederholen könnte. Es gibt zwar erste Anzeichen wieder steigender Neuausbrüche der Krankheit, aber man glaubt besser als im Vorjahr vorbereitet zu sein. In der aktuellen Phase ist nur die Hälfte an Krankheitsfällen im Vergleich zum Vorjahr registriert worden.

Größere Sorge macht die Beobachtung, dass die gestiegenen Schlachtgewichte weitgehend beibehalten worden  sind. Sollte also die Seuche in gemäßigten Bahnen verlaufen, dann werden höhere Stückzahlen in Verbindung mit anhaltend hohen Schlachtgewichten zu einer überproportionalen Steigerung des Schweinefleischaufkommens beitragen. Schätzungen laufen auf mind. 5 bis 6 % hinaus.

Der Inlandsverbrauch an Schweinefleisch in den USA ist im Vorjahr zwar noch gestiegen, aber über die Jahre hinweg gesehen relativ gleich geblieben. Ein Mehrverbrauch ist aufgrund der sehr günstigen Beschäftigungslage in den USA durchaus denkbar, aber ob das reicht?

Dazu kommt noch eine weitere Hiobsbotschaft. Der starke Dollarkurs verschlechtert die Wettbewerbskraft der US–Schweinefleischexporte gegenüber den Mitkonkurrenten. Nach jüngsten Einschätzungen des USDA wird die Schweinefleischausfuhr um rd. 8 % niedriger eingestuft. Die Folge würde heißen, dass noch mehr Schweinefleisch im Inland untergebracht werden müsste. Das wird nicht ohne massiven Preisdruck vonstatten gehen.

An den US-Börsen wird diese zukünftige Marktkonstellation bereits vorweggenommen. Je nach Umrechnung von Dollar in Euro werden zurzeit Preise um die 1,20 € je kg für die kommenden Monate gehandelt. Noch ist unsicher, wie sich die PEDv-Seuche in den verbleibenden Monaten entwickeln wird. Je nach Verbreitung kommt es zu unterschiedlichen Preisausschlägen noch oben bzw. unten.

Möglicherweise könnte das Jahr 2015 zu einen der weniger guten Jahre im US-Schweinebereich werden. In diesem Zusammenhang werden Vergleiche mit früheren Jahren mit einer ähnlichen Marktkonstellation zitiert, an die man sich höchst ungern erinnert.

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