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07.14
08:15

Chinas Schweinebestand gefallen - Chancen für EU-Exporte?

Herber Rückschlag der chinesischen Schweinefleischerzeugung – demnächst wieder zunehmende Importe auch aus der EU?

Chinas Schweinehaltung ist nach den jüngsten Viehbestandsaufnahmen im Mai um - 3,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgefallen. Die Sauenzahlen wurden sogar um -7,5 % reduziert. Fast 1,5 Mio. Sauen wurden allein in den letzten 3 Monaten von März bis Mai einschließlich  geschlachtet und nicht wieder ersetzt. Der Sauenbestand ist der niedrigste seit 2 Jahren.

Maßgeblichen Anteil  für diese in China ungewöhnliche Entwicklung haben die Hinterhofhaltungen, die noch immer 35 % der chinesischen Schweinehaltung ausmachen. Dabei  wird der Anteil derer, die die Schweinehaltung endgültig aufgeben, immer größer.

Die ausschlaggebende Ursache für die Reduzierung der chinesischen Schweineerzeugung  besteht in den wirtschaftlichen Verlusten von 20 bis 25 € je Schwein. Für den Monat April 2014 wurden sogar  rd. 42 € Verluste je Mastschwein ausgerechnet.

Anfang des Monat Juli 2014 lagen die chinesischen Erzeugerpreise knapp auf 2 € je kg, rd. -12,5 % niedriger als im Vorjahresmonat. Der Wert eines 25 kg Ferkel läßt sich auf rd. 75 € beziffern, rd. -23 % weniger als im Vorjahresmonat 2013. Die Maispreise notieren um 30 € je dt und für Sojaschrot muss rd. 48,50 € je dt bezahlt werden. Bei Futterverwertungen zwischen 1 zu 3,5 bis 4 läßt sich trotz geringer Löhne und Stallplatzkosten keine rentable Erzeugung darstellen.

Die zahlreichen Sauenschlachtungen haben zunächst für ein großes Angebot an Schweinefleisch geführt. Nach anfänglichen Anstieg der Verbraucherpreise anläßlich des Neujahrsfestes im Jan/Febr. 2014 sind diese wieder gefallen. Schweinefleisch macht etwa 10 % der durchschnittlichen chinesischen Haushaltsausgaben aus. Die Nachmittelausgaben insgesamt liegen bei rd. 30% des Durchschnittseinkommens.

Die beachtlichen Minderungen der Sauenzahlen werden mit dem Jahreswechsel 2014/15 zu deutlichen Minderungen des Schweinefleischaufkommens  führen. Das trifft zusammen mit dem chinesischen Neujahrsfest Ende Jan 2015. Es ist absehbar, dass die chinesischen Schweinepreise bereits im Vorfeld dieser absehbaren Entwicklung wieder Auftrieb bekommen werden. Allerdings ist die Vorratshaltung aufgrund geringer Kühlkapazitäten nur begrenzt leistungsfähig.

Angesichts der hohen Bedeutung  des Schweinefleischkonsums in der chinesischen Ernährung  wird die Regierung alles daran setzen, eine ausreichende Versorgung im Lande sicher zu stellen. Da in der verbleibenden  Zeit ein Wiederaufbau der Schweinebestände nicht gelingen kann, ist mit erhöhten Einfuhren zu rechnen. Die zurzeit mäßigen EU-Ausfuhren könnten davon profitieren, zumal die USA aufgrund ihrer PEDv-Seuche nur eingeschränkt lieferfähig sind.

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