14.
10.14
16:34

Chinas Schweinefleischerzeugung 2014/15 rückläufig - Chancen für Europa?

Chinas Schweinebestände fallen – Ende einer jahrzehntelangen Expansionsphase? - Exportchancen für die EU?

China ist der größte Schweineproduzent auf der Welt. Mehr als 50 % aller Schweine werden hier gehalten. In den letzten 2 Jahrzehnten kannte die Entwicklung jährliche Steigerungsraten von 1,5 bis 2 %. Es gab einige seuchen- und witterungsbedingte Einbrüche, von denen sich aber das Land schnell wieder erholte.

Die steigende Schweinefleischerzeugung war notwendig, um den zunehmenden Ernährungsansprüchen einer wachsenden chinesischen Bevölkerung mit steigenden Einkommen gerecht zu werden. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt knapp unter 40 kg je Jahr.

In den letzten 2 Jahren sind die Schweinebestände jedoch zunächst in eine Stagnationsphase und in jüngster Zeit in eine deutliche Abwärtsentwicklung geraten. Begonnen hat die Entwicklung mit stark abfallenden Sauenzahlen, die ihren Tiefpunkt in den beiden ersten Monaten des Jahres zum typisch chinesischen Neujahrsfest erreichte. Dabei wurden die noch zu einem Drittel in den Hinterhofhaltungen gezüchteten Sauen für den Festtagsbraten geschlachtet, aber im Laufe des Jahres nicht wieder in vollem Umfange remontiert. Der Grund war ein grundlegender Strukturwandel zu größeren Einheiten, deren Aufbau jedoch durch hohe Futterkosten behindert wurde. Die chinesischen Schweinehalter schrieben monatelang rote Zahlen. Die Regierung  zahlte zwar Subventionen, aber ohne grundlegende Änderungen zu bewirken.

Diese Entwicklung hält bis in die jüngste Zeit an. Allerdings haben sich Futterkosten deutlich verringert.  Für das  Jahr 2014  wird nur noch mit 48 Mio. Sauen gerechnet, ein Jahr zuvor waren es noch 50,5 Mio. Tiere. Für die ersten Monate des  Jahres 2015 soll der saisonal niedrige Sauenbestand auf 43 Mio. Stück schrumpfen, wobei die Frage offen bleibt, in wieweit im Jahresverlauf eine Erholung eintritt.

Der gesamte Schweinebestand ist erst in der Folgezeit aufgrund der fehlenden Ferkel deutlich abgefallen. Allerdings hat eine bessere durchschnittliche Fruchtbarkeit der verbleibenden Sauenbestände den Rückgang ein wenig abgemildert.   

Für China stellt sich die Frage, ob und inwieweit man die stagnierende bis rückläufige Entwicklung im Schweinebereich so hinnimmt.  Kann man davon ausgehen, dass eine gewisse Sättigungsgrenze beim Verbrauch erreicht ist? Tatsächlich ist in anderen Nahrungsmittelbereichen Milch und Rindfleisch zu beobachten, dass eine breitere Nahrungsmittelpalette im gehobenen Qualitätssegment gewünscht wird. Allerdings müssen die Mengen im großen Stil importiert werden.

Auf der anderen Seite hat China erhebliche Umweltprobleme, die mit einer steigenden Schweinehaltung verschärft werden. Auch das immer wieder auftretende Seuchenproblem macht in dem Nebeneinander von hygienisch bedenklicher Hinterhofhaltung und den aufstrebenden großen Masteinheiten zu schaffen.

Das rückläufige Schweinefleischaufkommen hat zu wieder steigenden  Preisen auf die Größenordnung von  2,40 €/kg  geführt, nach dem die Kurse zwischenzeitlich auf 2 € je kg gefallen sind. Die chinesischen Preise bewegen sich zwar grundsätzlich nach marktwirtschaftlichen Regeln, aber der Staat hat ein waches und strenges  Auge darauf, dass die Verbraucherpreise bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Die Versorgungssicherung für breite Bevölkerungsschichten hat oberste Priorität.

Sollte der chinesische Schweinebestand niedrig bleiben, wird die Frage der Schweinefleischeinfuhren aus Drittländern wieder akut. Daraus lassen sich auch gewisse Chancen für den Absatz aus der EU ableiten, auch wenn es sich nicht um die wertvollsten Teilstücke handelt.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich