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11.14
13:06

Deutschlands umstrukturierte Schweinefleischausfuhren - Russland-Sperre wirkt!

Russische Importsperre - Folgen für deutsche Schweinefleischexporte

 Mit dem russischen Einfuhrverbot von Schweinefleisch seit Febr. 2014 sind für Deutschland rd. 120.000 t Schweinefleischausfuhren nach Russland entfallen. Mit den Unruhen in der Ukraine sind nochmals 7.000 t Absatzverlust an Schweinefleisch hinzugekommen.

 Wie wurden diese Veränderungen verkraftet?

Im Drittlandgeschäft ist grundsätzlich ein Absatzrückgang von rd. 14 % zu verzeichnen. Dabei ist schon berücksichtigt, dass die Philippinen ihren Schweinefleischbezug aus Deutschland um 32.000 t bzw. 142 % gesteigert haben. Auch Südkorea hat 24.000 t bzw. 109 % mehr aus Deutschland geholt. Beide asiatischen Länder zusammen konnten somit den ausfallenden Russland-Export zu rd. 40 % kompensieren.

China und Hongkong haben ihre Schweinefleischeinfuhren in dieser Zeit aufgrund eigener guter Versorgung gedrosselt.

Fehlende Exportalternativen in Drittländern haben zur Folge, dass deutsches Schweinefleisch innerhalb der EU-28 vermarktet werden muss. Rd. 40.000 t bzw. +2,6 % sind in den Nachbarstaaten untergebracht worden. Dabei erwies sich Italien mit +22.000 bzw. +9,4 % als der leistungstärkste  Abnehmer. Frankreich steigerte seine Exporte aus Deutschland um 5.000 t bzw.  +6,9 % und Österreich steuerte mit einem zusätzlichen Beitrag  von 4.000 t bei.

Aber nicht jedes EU-Mitgliedsland hat einen positiven Beitrag geleistet. Die ebenfalls von der russischen Importsperre stark betroffen Ausfuhrländer Polen, Dänemark und Holland haben ihre Importe aus Deutschland in einer Gesamtgröße von 16.000 t reduziert.

Insgesamt betrachtet sind die deutschen  Ausfuhren an Schweinefleisch um knapp 2 % bzw. 33.500 t gefallen. Dieses Volumen plus die zusätzlichen Einfuhrmengen musste im Binnenmarkt verkraftet werden. Dabei kommt aus Drittländern so gut wie kein Schweinefleisch in die EU bzw. Deutschland. Aber die benachbarten EU-Mitgliedsstaaten haben ihre Ausfuhren in Richtung Deutschland von rd. 1 Mio. t nicht nur beibehalten, sondern auch noch verstärkt. Dabei entwickelt  Deutschland als großes und einkommensstarkes Land mitten in Europa eine hohe Anziehungskraft, sobald sich nur eine kleine Bedarfslücke auftut.

So kommt es nicht von ungefähr, dass die Schweinepreise in der EU mit kleinen regionalen Abweichungen überall unter Druck stehen. Das wird solange der Fall sein, wie ein Selbstversorgungsgrad von deutlich über 100 % besteht und die Ausfuhrmöglichkeiten begrenzt bleiben.

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