08.
12.13
10:59

EU-Schätzungen: weniger pessimistische Aussichten im Schweinesektor

1. Halbjahr 2014: Weniger Schweine und mindestens stabile Preise

In ihrer jüngsten Aktualisierung der Schweineschlachtzahlen Ende Nov.-2013 hat die EU auf die bisher realisierten Ergebnisse sowie auf die Vorausberechnung den Marktexperten zurückgegriffen. Demnach sind die Schlachtzahlen im Jahre 2012 um 2,4% geringer ausgefallen und werden im laufenden Jahr 2013 voraussichtlich nochmal um 1,6 % zurückgehen.

Auffällig ist der mit über 5 % starke Rückgang der Schlachtungen im 3. Quartal 2012, der den Mästern kurzfristig Spitzenpreise von über 1,90 € je kg bescherte. Eine Wiederholung dieses Effektes war im laufenden Jahr 2013 mit -1,5 % nur ansatzweise vorhanden, dennoch überschritten die Kurse kurzfristig das 1,90er Niveau.  Im 4. Quartal 2013 soll das angebot um  -3,3 % deutlich geringer ausfallen. Diese Beobachtung ist für Deutschland schwer nachzuvollziehen, aber in den umliegenden Erzeugungsgebieten findet sich dafür durchaus eine tendenzielle Bestätigung. Auszahlungspreise oberhalb des 1,65er Niveaus sprechen für ein schwächeres Angebot im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Schweinepreise im 3. und 4. Quartal 2013 zeigen ein ähnliches Hochpreisniveau wie im Vorjahr. Der Preisrückfall gegen Ende des 4. Quartals soll jedoch weniger tief ausfallen als im Vorjahreszeitraum. Maßgeblichen Einfluss darauf werden noch die Wochen direkt um die Weihnachtsfeiertage liefern.

Für die ersten beiden Quartale des neuen Jahres 2014 gehen die EU-Experten von -0,9 bzw. -0,3 % veränderten Schlachtzahlen aus. Das wäre das 3. Jahr in Folge mit zurückgehenden Lebendangeboten.

Die zukünftige Preisentwicklung für das 1. Halbjahr schätzen die EU-Experten auf 1,70 €/kg und leicht darüber, wobei zu berücksichtigen ist, dass die gemeinsamen EU-Durchschnitts-preise methodisch bedingt um einige ct/kg höher ausfallen im Vergleich zu Deutschland.

Maßgeblichen Einfluss wird der Jan-14-Zeitraum ausüben, der für seine Preisschwäche nach den ausgabenintensiven Feiertagen bekannt ist. Ein in dieser Zeit zu hohes Angebot trifft auf eine schwache Nachfrage mit der Folge kostenintensiver Einlagerungsquoten, die auf den Preis drücken. Die spannende Frage ist, wieviel Zeit erforderlich ist, um aus der Talsohle des Ungleichgewichtes herauszukommen. Im Jan 2013 verlief diese Entwicklung relativ flott, war aber in der Folgezeit infolge des gestiegenen Angebots recht zäh. Wenn der geschätzte Rückgang der Schlachtzahlen zutrifft, könnte die Preisentwicklung im Frühjahr 2014 durchaus moderat verlaufen.

In den USA rechnet man für die kommende Zeit um den Jahreswechsel zunächst mit einem starken Preisrückgang, der sich aber bereits mit dem Märztermin wieder kräftig erholen soll. Die Barbecue-Saison soll die US-Preise im Sommer wieder über 1,60 €/kg hochtreiben. Die große Unsicherheitskomponente ist der Ausfall von Tieren infolge der PEDv-Seuche (=tödlicher Ferkeldurchfall), mit der die US-Hog-Farmer zum ersten Mal konfrontiert sind.

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