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03.14
16:40

EU-Schweinezählungsergebnisse: -0,5 % und noch weniger Sauen

EU-Schweinebestand gesamt -0,5 %,  Sauenbestand -1,7 %,  trächtige Sauen -2,5 %

Das Statistische Amt der EU hat die Schweinebestandszählungen im Dezember 2013 überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.

Im Gesamtergebnis sollen -0,5 % weniger Schweine gehalten worden seien. Allerdings sind die Veränderungen in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich ausgefallen.

Überdurchschnittlich hohe Reduzierungen hat es in Österreich mit -2,9 %, in Frankreich mit -2,4 % und in den vielen kleinen Staaten mit Schwerpunkt im Osten gegeben. Beachtliche Bestandsrückgänge waren auch in Ungarn, Belgien-/Luxemburg, Polen und Italien mit deutlich mehr als -1 % festzustellen. Allen diesen Ländern ist gemeinsam, dass ihre Bestandsstrukturen als begrenzt wettbewerbsfähig einzuschätzen sind.

Deutschland liegt mit einer Abnahmerate von -1 % im unteren Mittelfeld.

Beachtliche Bestandssteigerungen sind in Großbritannien mit +3,8 % ermittelt worden, allerdings waren die Vorjahre auf einem Tiefpunkt der Entwicklung angekommen. Bei einem Selbstversorgungsgrad von unter 50 % haben die Preissteigerungen im letzten Herbst 2013 mit Kursen oberhalb von 2 € je kg Mut zur Bestandsaufbau gemacht, der jetzt allerdings schon weniger groß ausfällt.

Spanien und Dänemark sollen ihre Bestände ebenfalls im Bereich von +1 % erhöht haben.

Die  Bestandsaufnahme steht in einem plausiblen Zusammenhang mit den augenblicklich schwachen Anlieferungszahlen an die europäischen Schlachthöfe.

Die Entwicklung der rückläufigen EU-Sauenbestände mit -1,7 % bzw. -2,5 % wirft ein Licht auf das zukünftige Angebotsverhalten. Bei begrenzt steigendem Produktivitätsfortschritt ist zu erwarten, dass die Ferkelverfügbarkeit auf absehbare Zeit in der gesamten EU nicht besser wird. Aber auch hier sind Unterschiede in den einzelnen Mitgliedstaaten auszumachen.

Am stärksten wurden die Sauenzahlen in Italien mit -5 % bzw. -9 % bei den trächtigen Tieren zurückgefahren. Nur wenig dahinter steht Polen mit  -5,6 % bzw. -5,8 % bei den trächtigen Sauen. Spaniens trächtige Sauenbestände wurden mit -6,6 % beziffert. Frankreich hat seine Sauenzahlen um -3,1 bzw. -4 % verringert. Der deutsche Sauenbestand soll um -3 % bzw. -2,2 % zurückgegangen sein. Allen Ländern ist gemeinsam, dass sie jetzt schon Ferkelimportgebiete sind und auch zukünftig bleiben werden.

Steigende Sauenbestände in maßgeblichen Mitgliedstaaten werden mit +2,4 % in Dänemark und mit +1,3 % in Holland gezählt.  Beide Länder gehören zu den wenigen Exportstaaten mit beachtlichen Ferkelausfuhrmengen. Der Rückgang der Sauenhaltungen in Großbritannien um -2,4 % macht bereits deutlich, dass der Schweinebestandsanstieg nicht von langer Dauer ist.

Bei allem kritischen Vorbehalt gegenüber der Zuverlässigkeit von Schweinebestandsermittlungen muß festgestellt werden, dass die Zahlen vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen plausibel sind. Für 2014 kann die man eine eindeutige Richtung ablesen, dass für das Schlachtschweineaufkommen im Verlauf des Jahres keine starken Steigerungen zu erwarten sind.

Wenn dennoch die Schweinepreise niedrig sind, ist die Ursache in den bekannten fehlenden Exportmöglichkeiten zu suchen, deren Dauer angesichts der politischen Verstrickungen kaum absehbar ist. Für eine drastische Anpassung der EU-Erzeugung an geringere Exportmöglichkeiten ist es noch zu früh, voreilig weitreichende Entscheidungen zu treffen.

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