20.
02.14
17:47

EU-Viehzählung: fast unveränderter Schweinebestand, aber weniger Sauen

Eine vorsichtige Interpretation der Ergebnisse

Auch wenn Viehzählungsergebnisse mit der gebotenen Vorsicht zu interpretieren sind, ohne jegliche zahlenmäßige Fundamentierung der Viehbestände  würde ein Stochern im Nebel übrig bleiben.  Das gilt sowohl für eine Vorausbetrachtung wie auch für die Nachbetrachtung, die letztlich als Vergleichsgrundlage zur Beurteilung herangezogen wird.

Die jüngste Veröffentlichung der EU mit dem Stichtagsdatum Dezember 2013 stammt  aus 17 Staaten der EU.

Das zentrale Ergebnis ist ein um -0,2 % geringerer Schweinebestand zum o.g.  Stichtagstermin. Angesichts des Schätzfehlerbereichs ist daraus ein weitgehend unveränderter Schweinebestand abzulesen.  Wenn man die bedeutendsten Länder herausnimmt, dann werden für Deutschland, Niederlande, Polen und Italien Bestandsminderungen um -1 % herausgestellt, während für Spanien ein Plus von 1,6 % und für Dänemark ein Zuwachs von 1 % ermittelt wurde.

Bedeutsamer ist die Entwicklung der Sauenbestände. Insgesamt wurden in den 17 ausgewerteten Mitgliedstaaten -1,6 % bzw. – 157.000 Sauen gegenüber dem Vorjahrestermin ermittelt. Die Spannbreite  in den einzelnen Erzeugungsregionen ist jedoch beachtlich. Für Deutschland werden -3 % bzw.  -64.000 Sauen gezählt. In Spanien  wurden um -1,5 % bzw. um -34.000 weniger Sauen ermittelt. Mit -5,6 % bzw. -57.000 Sauen ist der polnische Bestand stark geschrumpft. Mit – 5 % bzw. -31.000 Sauen macht auch Italien zum wiederholten Male auf sich aufmerksam.

Unterstellt man eine EU-durchschnittliche Leistung von 20 Ferkeln je Sau und Jahr, dann errechnet sich ein Minderaufkommen von rd. 3 Mio. Ferkeln aus der Verringerung des Sauenbestandes. Stellt man dem eine Steigerung von durchschnittlich 0,15 Ferkel je Sau und Jahr gegenüber, ist aus der Produktivitätssteigerung ein Plus von rd. 1,5 Mio. Tieren zu erwarten. Für einen vollen Ausgleich des geringeren Ferkelaufkommens infolge kleinerer Sauenbestände wäre eine durchschnittliche Leistungssteigerung von 0,3 Ferkeln je Sau und Jahr zu unterstellen. Angesichts des bislang erreichten Leistungsstandards dürfte ein Zuwachs in dieser Höhe der Vergangenheit angehören.

Per Saldo wird anhand der vorliegenden Datengrundlage  die Aussage nicht widerlegt werden können, die da ganz vorsichtig lautet:  eine Ferkelschwemme ist 2014 wohl nicht zu erwarten. Ein mindestens  gleichbleibender Ferkelengpass wäre immer noch eine sehr wohlwollende Formulierung.

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