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05.16
18:24

Hohe chinesische Schweinepreise locken steigende Importe

China:  Schweinepreise im Mai 2016  bei 3,54 € je kg – aktuelle Gewinne von 100 bis 130 € je Schwein.

Die chinesischen Schweinepreise explodieren vor den Feiertagen in den Monaten Mai bis Juli. Auf Erzeugerstufe werden umgerechnet mehr als 3,50 €/kg erzielt.

Die Schweinehaltung Chinas ist in den Jahren 2013 und 2014 aufgrund hoher Futterkosten und unzureichenden Schweinepreisen systematisch dezimiert worden.  Allein in der Sauenhaltung wurden bis in die jüngste Zeit hinein rd. 11 Mio. Tiere bzw. 20 %  weniger gehalten. Heute fehlen die Ferkel zur Mast. Ein Ausgleich über eine steigende Ferkelleistung ist nur begrenzt  erreicht worden. Steigende Schlachtgewichte gehen kaum über 90 kg je Schlachttier hinaus.

Auf der anderen Seite steigt bei zunehmender Bevölkerung und wachsenden Einkommen die Nachfrage nach der Hauptfleischart. Geflügelfleisch ist in China nur wenig steigerungsfähig, weil die Verbraucher Gesundheitsgefährdungen  mit dem Geflügelvirus vermuten, von dem einige Stämme  auch auf Menschen übertragbar sind. Es hat nachweisliche Todesfälle gegeben.

Für das Jahr 2016 wird ein Importbedarf von über 2 Mio. t Schweinefleisch auf Produktbasis geschätzt. In der Lieferkonkurrenz hat die EU die Nase vorn. Die USA und Kanada haben erhebliche Marktanteile abgeben müssen u.a. wegen des starken Dollarkurses in der zurückliegenden Zeit.  Auch der in China nicht zugelassene Wachstumsförderer Ractopamine  spielt dabei eine Rolle.

Die Importe bestehen jedoch überwiegend aus langtransportfähigen weniger wertvollen Teilstücken. Wertvolle Frischprodukte sind für den weiten Transportweg und angesichts der wenig ausgebauten geschlossenen Kühlkette in China wenig geeignet.

Der Wiederaufbau der Schweinehaltung in China wird längere Zeit in Anspruch nehmen. In zunehmenden Maß verschwinden die Hinterhofhalten. Moderne  Zucht- und Mastanlagen gewinnen an Bedeutung. Aber solche Unternehmen verlangen sehr viel Kapital, das nur begrenzt zur Verfügung steht.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Haltungsbedingungen und Umweltauflagen in China einen höheren Stellenwert einnehmen. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird mittlerweile scharf kontrolliert. Trotz hoher Gewinnaussichten ist nicht jedes Unternehmen in der Lage, die Produktion in den Anfangszeiten aufrecht zu erhalten.

Die Futtermittelpreise sind zwar von 35 $ je dt Mais auf 25 $ je dt gesenkt worden. Aber die Sojaschrotpreise liegen immer noch rd. 45 $ je dt. Die Futterverwertung liegt eher über 1 zu 4 als darunter. Die Futterkosten in China sind mehr als doppelt so hoch wie hierzulande.

Nach chinesischen Schätzungen geht man für die mittel- bis langfristige  Zukunft davon aus, dass China bis zu 10 bis 15 % ihres Schweinefleischverbrauchs importieren werden. Das wären umgerechnet 6 bis 7 Mio.t bzw. eine Verdreifachung des aktuellen Einfuhrbedarfs.

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