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07.14
09:55

Internationaler Schweinefleischmarkt knapp versorgt - Preise über Durchschnitt

 International angespannter Schweinefleischmarkt

Der internationale Schweinefleischmarkt wird seit Monaten von 3 maßgeblichen Faktoren beeinflusst.

(1)  Die russische Importsperre für EU-Schweinefleischausfuhren seit Febr. 2014: Ausgangspunkt dieser Maßnahme waren Funde von AFP infizierten Wildschweine im Grenzgebiet von Polen zu Weißrussland auf polnischer Seite. Zwischenzeitlich sind in jüngster Zeit weitere Funde in Polen und Litauen und Lettland ebenfalls in Grenzregionen aufgetreten. In Russland selbst sind vermehrte AFP-Fälle westlich von Moskau bestätigt worden.

Allerdings spielt die AFP nur noch eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund stehen die politischen Positionsspiele um den Ukraine-Konflikt.

Die Importsperre hat erhebliche Spuren auf beiden Seiten hinterlassen. Im EU-Überschussgebiet sind die Schweinepreise um 12 bis 15 ct/kg unter „Normalniveau“ gefallen und stehen weiter unter Druck, wenn der Inlandsabsatz u.a. durch ungünstiges Grillwetter in Stocken kommt. Alternative Exportmöglichkeiten sind für die EU eng begrenzt.

In Russland selbst sind die Schweinepreise von einem Tiefpreisniveau um die 2 €/kg im Febr. 2014 schlagartig bis auf über 3,5 €/kg angestiegen. Der russische Versuch Ersatzlieferungen für die gesperrten EU-Importe in den USA zu bekommen, scheiterte nicht zuletzt an der dort grassierenden PEDv-Seuche und den stark gestiegenen US-Preisen. Das Ractopamin-Problem (in Russland nicht zugelassener Wachstumsförderer) wurde auf dem Nebengleis verhandelt.

Das Bemühen, aus Brasilien Schweinefleisch im verstärkten Maße zu beziehen, scheiterte grundsätzlich an den begrenzten Exportmöglichkeiten Brasiliens, das seine steigende Produktion für die zunehmende Nachfrage im eigenen Land braucht.

Es wird offensichtlich, dass Russland daran interessiert ist, die EU-Lieferungen vor dem Wintereinbruch wieder in Gang zu bringen. Dabei möchte die Politik jedoch nicht ihr Gesicht verlieren.

(2)  PEDv-Seuchenzug: In den USA hat sich im Laufe eines Jahres die PEDv-Seuche (tödliche Durchfallerkrankung bei Saugferkeln) fast über das ganze Land und den angrenzenden Staaten Mexiko und Kanada ausgebreitet. Der Höhepunkt wöchentlich neu infizierter Fälle wurde im Febr. 2014 registriert. Seitdem gehen die Fälle wieder auf 30 bis 40 % zurück. Der Ausfall an Ferkeln wird bis zu 15 % geschätzt.

Die Auswirkungen auf den Schweinefleischmarkt sind erst 6 Monate später spürbar, wenn die schlachtreifen Schweine fehlen. Allerdings haben nicht zuletzt die Preissteigerungen ab Febr-2014 von durchschnittlichen 1,50 auf über 2 €/kg dafür gesorgt, dass die Schlachtgewichte um 5 bis 7 kg zugenommen haben, so dass ein Teilausgleich bewirkt wurde. Das verbleibende Defizit an Schweinefleisch fehlt genau in der Zeit der verbrauchsintensiven Barbecue-Saison. Für die Monate Juli und August liegen die Kurse auf Höchstniveau von 2,15 €/kg.

(3)  Chinas stark gestiegene Produktion hat die wachsende Nachfrage überfordert. Die chinesischen Schweinepreise fielen weit unter die Rentabilitätsschwelle. Über 1 Mio. Sauen wurden geschlachtet. Erst zum Jahreswechsel wird in China wieder von einer beginnenden Normalisierung ausgegangen. Die Importe sind deutlich gedrosselt worden, so dass China als Exportventil nicht nennenswert in Betracht zu ziehen ist.

Insgesamt herrscht Knappheit auf dem internationalen Schweinefleischmarkt. Der Handel ist erheblich zurückgegangen und das internationale Schweinepreisniveau gestiegen. Europäische Schweinepreise von über 1,60 €/kg profitieren indirekt von dieser Marktlage. Der mehrjährige EU-Durchschnittspreis liegt bei 1,50 €/kg. Die fallenden Futtermittelpreise wirken unterstützend auf die Marge in der Schweinehaltung. Der nächste Aufschwung kommt bestimmt.

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