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Italienische Selbstversorgung mit Schweinefleisch droht unter 60 % zu fallen

Italiens Schweineerzeugung schmiert ab  -  dauerhaft ?

Seit Jahrzehnten hat sich Italien mit dem berühmten Parma-Schinken in aller Welt bekannt gemacht. Aber die italienische Schweineerzeugung deckt schon lange nicht mehr den Eigenbedarf. Und der berühmte Schinken lebt mehr von seinem traditionellen Ruf als von der Produktion.

Um den echten Parma-Schinken herzustellen, braucht man Schweine in einer  Gewichtsklasse  von 150 Kg Lebendgewicht und mehr, um die typischen Schinkengewichte zu gewährleisten. Solche Schweine zu erzeugen, ist sehr teuer und die unvermeidlich zunehmenden Speckanteile entsprechen nicht mehr den Konsumgewohnheiten, nicht einmal der Italiener selbst. So gehen denn auch die Produktion und der Verbrauch dieser schweren Schweine zurück.

Die sog.  leichten Schweine in der üblichen Gewichtsklasse von 100 bis 120 kg stehen in scharfer Konkurrenz zu den Produkten aus dem Norden, nicht zuletzt Deutschland.

Der entscheidende Anstoß, die italienische Schweineerzeugung weiter zu senken, nahm seinen Anfang mit der reduzierten Sauenhhaltung.  Zunächst wurden noch Ferkelimporte aus den Niederlanden und selbst Dänemark zum Ausgleich herangezogen, aber die Transportkosten sind doch sehr teuer.

Die italienische Schweineerzeugung konzentriert sich mit 87 % der Tiere auf Norditalien mit seinem Schwerpunkt in der Lombardei. Typisch für die Produktionsstrukturen sind auf der einen Seite viele kleine Nebenerwerbsbetriebe und auf der anderen Seite Großbestände. Es fehlt der sog. Mittelbau der Bestandsgrößenklassen zwischen 200 bis unter 1000 Tiere. Die kleinen bestände nehmen deutlich ab, während die großen Einheiten wenig Dynamik entwickeln.

In Mittel- und Süditalien werden die restlichen 13 % der Schweine von rd 70 % der Schweinehalter in Italien überwiegend zum Zwecke der Eigenversorgung gehalten. Allerdings gehen auch hier die Bestandszahlen im Zuge des generationsbedingten Strukturwandels zurück. Neubauten zum Zwecke des Ersatzes sind selten.

Die Folge dieser Entwicklung ist ein sich beschleunigender Abbau des Selbstversorgungsgrades, der für 2014 auf unter 60 % geschätzt werden kann.

Die zunehmenden Importe aus den nordeuropäischen Ländern sind wiederum auch nicht so groß, dass die Folgen der russischen Importsperre dadurch ausgeglichen werden können. Der italienische Nettoimportbedarf im Jahre 2013 belief sich auf rd. 500.000 t und soll sich für 2014 gerade um hochgerechnete 10 % gesteigert haben.

Spannend wird die Frage, wie sich die italienische Schweineerzeugung in den kommenden Jahren weiterentwickelt. Bleibt es bei dem Rückgang oder stabilisiert die Produktion wieder?

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