20.
01.15
14:31

Niedrige Schweinefleischexporte Brasiliens, mäßige Steigerung der Russlandeinfuhren

Schweinefleischausfuhren Brasiliens enttäuschen auf ganzer Linie

Die großen Hoffnungen Brasilliens auf große Schweinefleischausfuhren aufgrund der Importsperre  infolge der Afrikanischen Schweinepest in den östlichen EU-Mitgliedstaaten  bzw. der russischen Gegenmaßnahmen zu Wirtschaftssanktionen  der  westlichen Länder sind wie eine Seifenblase geplatzt.

Die ursprünglich geschätzten 700.000 t Ausfuhren sind zusammengeschrumpft auf knappe 500.000 t. Russland hat zwar die brasilianischen  Einfuhren 2014 um 50.000 t bzw. 38 % aufgestockt, aber dafür die Exporte in die Ukraine regelrecht zusammengebrochen. Kleinere Einfuhrländer wie Angola und Singapore sind teilweise eingesprungen, erreichen aber bei weitem nicht das Maß der übrigen Regionen.

Die brasilianischen Exporte nach Russland waren gleich in dreifacher Hinsicht gehandicapt. Die brasilianischen Schweinepreise stiegen in Erwartung großer Ausfuhren stark an. Die Transportkosten nach Russland sind hoch. Der russische Rubel verlor rd. die Hälfte an Kaufkraft gegenüber einem stärker werdenden brasilianischen Real.

Unter diesen Voraussetzungen bleiben die brasilianischen Schweinefleischexporte  in einem überschaubaren Rahmen. Die Verteuerung konnten sich die ukrainischen Importeure angesichts der Finanzschwäche im eigenen Lande nicht mehr leisten. Auch die argentinischen Importe fielen wieder zurück.

Am Ende sind Brasiliens Schweinefleischexporte so gering ausgefallen wie seit Jahren nicht mehr.  Die brasilianischen Schweinepreise sind von ihrem Höhenflug über 2 € je kg wieder in normalen Regionen um die 1,50 € je kg  angekommen.

Enttäuschungen gab es  auch auf russischer Seite. Zunächst hatte man den Brasilianern vorgeworfen, die russische Situation mit hohen Preisen auszunutzen. Als allerdings der Rubel an Kaufkraft einbüßte, musste man sich eingestehen, dass ein nicht unerheblicher Teil der knappen und teuren Schweinefleischversorgung  aus anderen,  teilweise selbst verursachten  Quellen stammte.  

Die jüngsten Bemühungen Russlands, auf der Grünen Woche wieder Kontakte mit einigen europäischen Ländern anzuknüpfen, zeigen, wie kritisch es in Russland um die alternativen Ersatzmöglichkeiten der Schweinefleischeinfuhren bestellt ist. Die Eigenerzeugung wird zwar mit höheren Schlachtgewichten versucht, aber immer wieder auftretende Schweinepestfälle in großen Einheiten mit 30.000  Todesfällen wie jüngst bei Cherkizovo werfen die kleinen Erfolge wieder zurück.

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