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03.14
14:03

PEDv reduziert US-Schweinefleischerzeugung - Chancen für EU-Export?

Rabobank: US-Schweinefleischerzeugung 2014 fällt um -7% bis -8 %  –  Folgen für den Welthandel?

Die landwirtschaftliche Forschungsabteilung der Rabobank prognostiziert für die USA einen Rückgang der Schweineschlachtungen in 2014 von 12,5 % im Vergleich zum Vorjahr 2013. Die ausschlaggebende Ursache sind die tödlichen Folgen des PED-Virus, eine Durchfallerkrankung bei Saugferkel bis zum Alter von 3 Wochen. Die Seuche, die im Mai 2013 ihren Anfang nahm, ist mittlerweile in fast allen großen US-Bundesstaaten verbreitet und hat die Grenzen nach Mexiko und Kanada überschritten. Nach Angaben der Rabobank sind in den USA 60 % und in Mexiko 28 % der Zuchtbetriebe befallen.

In den Monaten August bis Oktober erwartet die Rabobank einen Höhepunkt des Rückganges der Schlachtzahlen um 15 bis 25 %. Da im Gegenzuge erheblich  höhere Schlachtgewichte angestrebt werden, soll die Reduzierung des Schweinefleischaufkommens nur zwischen -6% und -7 % betragen. Aufgrund des Verbundsystems in den USA sorgen die Schlachtbetriebe für entsprechende Anpassungen bei der Schlachtviehabrechnung.

Auch für das Jahr 2015 wird mit Nachwirkungen der Seuche gerechnet, die bei ähnlicher Befallsintensität in der gleichen Größenordnung wie 2014 geschätzt wird.  

Die Terminkurse für US-Schweinefleisch sind für die Liefermonate im Sommer auf über 2,10 €/kg geklettert, scheinen allerdings einen ersten Höhepunkt überschritten zu haben. Die jüngsten Kursrückgänge dürften im Zusammenhang mit der bevorstehenden US-Schweinezählung stehen, die am kommenden Freitag veröffentlicht wird. Die Bestandsfeststellung könnte ähnlich wie im Dezember 2013  konkrete Zahlen über das Ausmaß der Schadenfälle liefern.

Inwieweit die Mengenreduzierung und der Preisanstieg im weltgrößten Schweinefleisch-exportgebiet den Welthandel und damit die EU-Exporte beeinflussen werden, ist schwierig abzuschätzen. Die Vorstellung, dass ausfallende US-Ausfuhrmengen unmittelbar und direkt von der EU übernommen werden, ist jedenfalls zu kurz gegriffen. Chinas Importe fallen angesichts niedriger Preise im eigenen Land nicht besonders groß aus. Die japanische Einfuhrpolitik ist wenig flexibel aus Angst vor der Einschleppung von Seuchen. Die russische Importsperre wird auf absehbare Zeit für die Politik um den Ukraine-Konflikt missbraucht.

Ein nachlassender Wettbewerbsdruck könnte dennoch eine gewisse Preisentlastung mit sich bringen. Ein voller Ausgleich für die zurzeit fehlenden EU-Absatzmöglichkeiten nach Russland ist nicht zu erwarten. Erst eine Grenzöffnung nach Russland liefert bessere Perspektiven. Sollten die Schweinepreise in Russland weiter steigen, könnte der Innendruck groß genug für eine Kehrtwende sein.

Große Chancen rechnet die Rabobank der US-Geflügelwirtschaft als Ausgleich für die fehlende US-Schweinefleischerzeugung ein. Da gleichzeitig auch Rindfleisch in den USA knapp und teuer ist, wird das weiße Fleisch erhebliche Wettbewerbsvorteile bei den Verbrauchern genießen.

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