21.
06.14
09:30

PEDv-Schäden treiben ihrem Höhepunkt zu - US-Schweinepreise deutlich über 2 €/kg

PEDv-bedingte Schlachtausfälle in den USA treiben die Schweinepreise an

Die kommenden 2 Monate werden für die Schweinebranche in den USA zu einem unrühmlichen Höhepunkt der Schweinepreise aufgrund des Ausfalls von Schlachttieren führen. Die tödliche Durchfallerkrankung bei Saugferkeln hat nach der Erfassungsstatistik im Jan,/FebrMärz.-2014 die höchsten Fallzahlen gemeldet. Bei einer 6-monatigen Verzögerung müssten die die damals verendeten Ferkel als Schlachtschweine im Juli bzw. August 2014 in besonders hohem Maße fehlen.

Allerdings bleibt das Ausmaß des Schadens unklar, weil nur die Betriebe erfasst wurden, nicht jedoch die verendeten Ferkelzahlen selbst. Daher liegen nur Hochrechnungen vor. Die Spannbreite der Schätzergebnisse reicht  von 7 bis 15 %. Maßnahmen zur Gegensteuerung dürfte zu einer Verringerung der Ausfälle beitragen. Dazu gehört insbesondere die Erhöhung der Schlachtgewichte um rd. 5 k je Schlachtschwein schon seit mehreren Monaten. Bis Ende Mai-14 haben die höheren Mastendgewichte ausgereicht, die verringerten Stückzahlen zu kompensieren, phasenweise mehr als das. Die Schlachtzahlen sind um 2,5% gefallen, die Schlachtgewichtsmengen nur auf 0 %.

Spätestens mit Beginn des Monats Juni reicht dieser Kompensationseffekt nicht mehr aus. Der zeitliche Ursprung der jetzigen Ergebnisse liegt in den PEDv-Zahlen des Nov.2013, die mit wöchentlich knapp 100 Fällen neu infizierter Betriebe nur ein Drittel dessen ausmacht, was im Jan./Febr.März 2014 festgestellt wurde. Es ist daher zu erwarten, dass die bisherigen Ausfälle sich in den nächsten 2 Monaten Juli und August 2014 verdreifachen werden.

Ob eine weitere Steigerung der Schlachtgewichte gelingt, ist fraglich. Üblicherweise fallen in der wärmeren Jahreszeit die Mastendgewichte bis auf 90 kg ab. Ein Durchhalten der bisher um 5 kg erhöhten Gewichtszahlen wäre schon ein Erfolg.

Auf der Nachfrageseite läuft die Barbecue-Saison mit einer überdurchschnittlich hohen Nachfrage nach Grillartikeln. In Erwartung dieses Engpasses haben sich die Vorratsaktivitäten beschleunigt, mit der Folge vorgezogener Preiserhöhungen schon in den Frühjahrsmonaten. Allerdings zeigen die vierteljährlichen Bestandsberichte keine übergroße Bevorratung an, so daß in den kommenden Monaten mit einer zusätzlichen Verknappung gerechnet werden muss. Das US-Rindfleischangebot als Alternative ist ebenfalls knapp und teuer. Lediglich der wachsende Geflügelfleischsektor könnte etwas Entlastung bieten.  

Nach dem ersten Schock hatten sich die US-Kurse zwar wieder unter die Marke von 2 € je kg zurückgezogen, steigen jetzt allerdings deutlich über die 2,05 €/kg Marke. Die Kurse für den Monat August deuten noch weitere Steigerungen an. Für die Herbstmonate wird von einem deutlichen Rückgang der US-Schweinepreise ausgegangen. Dahinter steht die Erwartung, dass die rückläufigen PEDv-Fälle wieder zu einem normalen Schlachtaufkommen beitragen können, allerdings liegt das aktuelle Niveau der Fallzahlen immer noch über dem Durchschnitt. Verstärkte Anstrengungen mit hohem finanziellem Aufwand - auch staatlicherseits - unterstützen die Hoffnungen, das Seuchengeschehen in den Griff zu bekommen.

Als weltgrößter Schweinefleischexporteur werden die Verhältnisse in den USA sich indirekt auf den Weltmarkt auswirken. Die EU als zweitgrößtes Schweinefleischausfuhrland könnte in geringem Umfange profitieren und den Exportausfall in Richtung Russland zu einem kleinen Teil abfangen.

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