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05.14
09:47

PEDv sorgt für globale Einschränkung der Schweinefleischversorgung

PEDv - räumliche und zeitliche Wirkung größer als bisher geschätzt, meint Rabobank

Die PEDv-Seuche (tödliche Durchfallerkrankung bei Saugferkeln) verursacht eine weltweite Verknappung des Schweinefleischangebotes auch in den nächsten Jahren. Das ist die Schlußfolgerung der Rabobank in ihrer jüngsten Quartalsausgabe.

Die Ausbreitung des Virus ist in über 40 Staaten der USA nachzuweisen. In Kanada sind 4 große Provinzen betroffen. In Mexiko werden größere Zahlen an Infektionen gemeldet. Südkoreas Schweinebestände leiden ebenfalls unter der Krankheit und sorgen für zunehmenden Einfuhrbedarf. In China hat diese Seuche ihren Ausgang genommen, der Verbreitungsgrad ist nicht abschätzbar. Selbst von den japanischen Hauptinseln mit ihren hochsensiblen Einfuhrbedingungen wird von  PEDv-Ausbrüchen in den Schweineherden berichtet.

Frankreichs Regierung hat gerade ein Importverbot für Schweine aus diesen Gebieten erlassen, die EU-Kommission wird folgen.

Nach den Schätzungen der Rabobank soll die globale Schweinefleischerzeugung statt bisher angenommener Steigerung um +1,3 % jetzt deutlich geringer ausfallen.

Für die USA wird ein -7 %-iger  Erzeugungsrückgang vorausgesagt. Davon wird auch der US-Export in Mitleidenschaft gezogen werden. Die USA stehen an 1. Stelle bei der weltweiten Schweinefleischausfuhr. In den ersten 3 Monaten haben jedoch die US-Ausfuhren trotz einer 25 %-igen Preissteigerung noch zugenommen. Die Erklärung beruht darauf, dass führende Importstaaten wie Japan, Mexiko, Südkorea  und nicht zuletzt auch Russland verstärkt Ware geordert haben in Erwartung einer zukünftig noch stärker steigenden Versorgungsknappheit in den bevorstehenden Sommermonaten. Man rechnet mit einem deutlichen Absinken der US-Schweinefleischausfuhren in den kommenden Monaten.

Für die EU als zweitgrößter Produzent und Exporteur wird ebenfalls von einem Produktionsrückgang ausgegangen. Der entscheidende Antriebsfaktor geht von der russischen Importsperre gegenüber der EU anläßlich der AKP-Fälle in Litauen und Polen aus. Allerdings hat der Konflikt in der Ukraine längst die Oberhand in dieser Frage übernommen. Ein Ende ist kaum abschätzbar.

In China - mit mehr als 50 % weltgrößter Schweinefleischerzeuger - bewegen sich die Schweinepreise auf ruinöser Talfahrt. Die staatlichen Interventionskäufe in Höhe von 65.000 t waren bislang nur ein Tropfen auf den heißen Stein.  Es werden tiefrote Zahlen in den gerade aufgebauten kommerziellen Unternehmen geschrieben. Eine chinesische Produktionseinschränkung  beginnend im 4. Quartal 2014 scheint vorprogrammiert zu sein, wenn man die hohe Zahl der aktuellen Sauenschlachtungen beobachtet. Die Schweinefleischnachfrage soll den Einschätzungen zufolge vorerst noch stabil bleiben. Eine Preiserhöhung könnte zum Ende des Jahres bei fallenden Schlachtaufkommen und saisonaler Steigerung des Verbrauchs eintreten.

Rabobank schätzt, dass der russische Importstopp eine Dimension von 1,3 Mio. t weniger Fleischeinfuhren (in Produktgewicht gerechnet)  in Russland verursachen könnte. Russlands alternative Importmöglichkeiten sind beschränkt. Trotz Einfuhrerleichterungen werden die USA aus hygienischen und preislichen Gründen keine großen Mengen liefern können. Brasiliens steigende Erzeugung wird im gleichen Maßstab vom zunehmenden Inlandsverbrauch aufgefangen. Die brasilianischen Exporte stagnieren seit 10 Jahren um die 0,6 Mio. t. Da ist wenig Spielraum für große Mengen, wie Russland sie braucht.

Für die  EU-Schweinefleischexporte sollten sich einige Chancen eröffnen, auch wenn das Russlandgeschäft nicht so einfach zu ersetzen ist. Die Ausfuhrzahlen in den ersten 3 Monaten 2014 zeigen unerwartete Steigerungen in vielen kleinen Einfuhrgebieten. Eins kommt zum anderen!

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