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10.14
14:33

Polens Schweinehaltung im Übergangsstadium 2014

Polen Schweinehaltung seit EU-Beitritt 2004 rückläufig – Erholung vorübergehend

Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Polen hat sich in den letzten 10 Jahren halbiert. Die Schweinezahlen sind von 18 Mio. auf 11 Mio. Stück je Jahr gefallen. Der Schweinefleischverbrauch ist zunächst konstant geblieben, hat aber in den letzten Jahren nachgegeben.

Polen ist von einem  ursprünglichen Nettoexporteur von Schweinefleisch zum Nettoimporteur geworden.  Deutschland lieferte rd. 2013 rd. 35 %, Dänemark knapp 30 %, Belgien und die Niederlande jeweils 14 %. Die Exporte gingen überwiegend in die umliegenden Nachbarländer mit Schwerpunkt Weißrussland, aber auch bis Japan und Südkorea.

Im laufenden Jahr 2014 hat die Afrikanische Schweinepest und in der Fortsetzung die Gegensanktionen Russlands in Sachen Ukraine-Konflikt die polnischen Exportmöglichkeiten drastisch eingeschränkt. Die Ware verbleibt im Inland und verdrängt die Importe. Ein nicht unbeachtlicher Teil der deutschen Exportprobleme ist auch auf diesen Umstand zurückzuführen.

Die jüngsten Schweinezählungen gehen von einem Wiederanstieg der polnischen Schweinezahlen aus. Allerdings gehen die Sauenzahlen weiter zurück.  Die zusätzlichen Schweine stammen zu steigenden Anteilen aus Ferkelimporten aus Dänemark in einer Größenordnung von  2 Mio. Stück  und mit fallenden Anteilen aus den Niederlanden.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Sauenhaltung in Polen ist angesichts von durchschnittlich 5,5 Sauen je Halter äußerst schwach aufgestellt. Zum Vergleich liegt der durchschnittliche Sauenbestand in Dänemark bereits über der 500-er Marke und in Deutschland geht es über die 200-er Größe hinaus. Entsprechend niedrig fällt auch die Produktivität der polnischen Sauenhaltung aus.

Auch die polnische Schweinemast hat erhebliche strukturelle Schwächen. Mehr als 50 % der Schweine stehen in Bestandseinheiten unter 200 Tieren. Erst ein Drittel der Schweine  überschreitet die Größenordnung von 500 Mastplätzen. Die Zahl der Halter in dieser Kategorie liegt bei 0,7 %, zum Teil als ein Überbleibsel der kommunistischen Herrschaftszeit.

Mit ziemlicher Regelmäßigkeit ist ein starker Strukturwandel dann zu beobachten, wenn die Schweinehaltung unter Rentabilitätsdruck steht. Die vielen Kleinhaltungen geraten dann in finanzielle Engpässe, während die Hinterhofhaltungen zur Eigenversorgung erst im Zuge des Generationswechsels die Schweinehaltung dran geben. Die jungen Leute erwirtschaften ihr Einkommen in den Städten.

Der regionale Schwerpunkt der polnischen Schweinehaltung liegt im Zentrum Polens, während an den Randbezirken die Schweinedichte gering bleibt. Daher spielt die Afrikanische Schweinpest an den Grenzen nach Russland mengenmäßig keine besondere Rolle. Allerdings ist die Region aufgrund der Beschränkungen des Handelsverkehrs stark in Mitleidenschaft gezogen.

Die jüngsten Wirtschaftlichkeitsentwicklungen werden erfahrungsgemäß wieder zu einem spürbaren Rückgang der polnischen Schweinehaltung beitragen.

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