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12.14
16:54

Russische Importsperre: Bewährungsprobe für die Fleischbranche der EU-Mitgliedstaaten

EU-Schweinepreise 2014 im Vergleich bedeutender Produktionsgebiete

Die Schweinepreise des Jahres 2014 unterlagen einem starken Härtetest infolge des russischen Importverbotes. Wie haben sich bedeutende EU-Mitgliedsländer aus der Affäre gezogen?

Die grundsätzliche Preisentwicklung verlief bis ins 3. Quartal durchaus in den gewohnten saisonalen Bahnen. Auffallend war der Preiseinbruch im Febr-14, der dem Importstopp zu verdanken war. Die nachfolgende Preiserholung bis den Spätsommer hinein ist auf die Nachfrage infolge des Grilleffektes zurückzuführen. Gleichzeitig ging das Lebendangebot zurück. Mit dem Übergang vom III bis IV Quartal kam der von der Normalität abweichende Einbruch. Auslöser waren einerseits die stark steigenden Schlachtzahlen und die erweiterte Importsperre Russlands auf andere Fleischarten. Der Preisabschwung weicht erheblich vom 5-jährigen Durchschnittswert ab.

Bis auf die jüngste Zeit präsentiert sich die deutsche Preiskurve fast immer im obersten Bereich. Dabei kann nur das kleine Irland mithalten.

Am unteren Ende der Preisskala sind die starken Überschußländer Niederlande und Belgien wiederzufinden. Die starke Exportorientierung in Richtung Russland  hat diesen Gebieten mit vergleichsweise kleinen Vermarktungsstrukturen zu schaffen gemacht.

Dänemark mit einem Selbstversorgungsgrad von 650 % findet sich in der Mitte wieder. Offensichtlich haben die schlagkräftigen Unternehmensstrukturen auf der Erzeugungs- und weiteren Vermarktungsstufen den Exporteinbruch Richtung Russland deutlich besser verkraften können als die im vergleich kleiner strukturierten Holländer und Belgier. Hohe Exportabhängigkeit für sich genommen ist kein hinreichender Grund für Preisschwächen.

Das gilt auch für Frankreich mit seinem besonderen Problem einer gewissen Randständigkeit im EU-Binnenmarkt. Der Schwerpunkt der französischen Schweinehaltung liegt im NW des Landes, etwas abseits von den Verbrauchszentren. Der Selbstversorgungsgrad liegt knapp um die 100 %. Trotz wenig ausgeprägter Exportabhängigkeit  erweist  sich die französische Schweinefleischwirtschaft sehr sensibel  auf Preisänderungen im konkurrierenden Umfeld. Niedriger Selbstversorgungsgrad allein schützt nicht vor Preiseinbußen.  

Die herausragende Stellung Deutschlands ist einerseits einem weniger hohem Selbstversorgungsgrad von 110 % zu verdanken. Andererseits verfügt Deutschland über schlagkräftige Erzeugungs- und Vermarktungsstrukturen insbesondere im nordwestdeutschen Raum.  Zwischen Deutschland und den beiden schwächeren Mitbewerbern liegen immerhin eine Differenz von 0,20 € je kg.  Trotz gleicher Handelsklassen sind einige Abstriche bei der Vergleichbarkeit zu machen, die den grundsätzlichen Unterschied jedoch nicht aufheben.

Der schlagartige Wegfall eines bedeutenden Absatzgebietes kann auch die beste Vermarktungsstruktur nicht ohne Preisabstriche wegstecken.   

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