11.
05.14
12:22

Russische Schweinepreise auf Höhenflug

Russische Schweinepreise klettern auf unvorstellbare Höhen von über 3,20 €/kg SG

Die Hintergründe für den Kursanstieg sind bekannt. Der größte Effekt geht von der EU-Importsperre für Schweinefleisch aus. Der Ukraine Konflikt hat zu weiteren Einfuhrsperren beigetragen. Der üblicherweise zu weniger als 80 selbst versorgte russische Markt ist dringend auf Importe angewiesen. Vorrangig geht es um speckhaltige Rohstoffware für die Wurstherstellung.

Spürbar wird die Versorgungsknappheit in den großen Städten, die zu 30 bis 50 % direkt von den Außeneinfuhren abhängig sind. Auf dem Lande reichen die vielen Hauswirtschaften noch aus, die Versorgung zu sichern. Jedoch machen  die steigenden Zahlen  von Ausbrüchen der Afrikanischen und Klassischen Schweinepest zu schaffen. Davon sind neben den Wildschweinen vor allem die kleinen Schweinebestände in den Hinterhöfen betroffen. Fehlende Hygiene, mangelnde Kenntnisse und leichtfertiger Umgang mit infiziertem Material sorgen für eine ununterbrochene Verbreitung der Krankheiten.

Der Schweinfleischimport aus den USA wird durch die sich ausbreitende Seuche PEDv und den hohen US-Preisen be- und verhindert. Die Lieferungen aus Brasilien sind ebenfalls begrenzt, weil der dortige Eigenverbrauch den Produktionszuwachs so gut wie abfängt. Hygienische Probleme sind in Brasilien eine ständige Herausforderung. Das Land ist nicht frei von MKS.  

In jüngster Zeit sind auch Kontakte zu China aufgenommen worden, mit dem Ziel mögliche Schweinefleischlieferungen in Gang zu bringen. Zurzeit leidet China unter einem Überangebot an Schweinefleisch, die die Preise auf unter 1,70 €/kg gedrückt haben. Eine vorübergehende Exportentlastung in Richtung Russland wäre aber nur im grenznahen Handelsverkehr  möglich. Auf Dauer braucht China selbst zunehmend mehr Schweinefleisch. Zunehmende Sauenschlachtungen deuten auf eine baldige Umkehr der chinesischen Marktlage hin.

Russische Schweinepreise von 120 Rubel für 1 kg Lebendgewicht  bzw. 1,50 $ je pound ergeben umgerechnet rd. 3,22 €/kg Schlachtgewicht, wobei die Fleischqualitäten noch unberücksichtigt bleiben.

Die russische Regierung unternimmt zurzeit alle finanziellen Anstrengungen die Schweinefleischerzeugung im eigenen Lande zu verbessern. Ziel ist eine Steigerung der Produktion um 30 %, um möglichst unabhängig von Importen zu werden. Die früher stark subventionierte Geflügelfleischwirtschaft muss in dieser Situation zurückstehen.

Sollten die russischen Bemühungen tatsächlich in absehbarer Zeit erfolgreich sein, entstehen daraus  für den europäischen Schweinefleischabsatz erhebliche Schwierigkeiten, weil nennenswerte Alternativen des Exports nur begrenzt zur Verfügung stehen. Die aktuelle Marktlage liefert einen Vorgeschmack auf eine solche Situation. In der Vergangenheit hat es ähnliche russische Anstrengungen mit dem gleichen Ziel gegeben, jedoch sind die Produktionszuwächse immer wieder durch den Verbrauchsanstieg abgefangen worden. Allerdings befinden wir uns mittlerweile auf beachtlich hohem Konsumniveau.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich