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10.14
10:08

Satte Gewinne für die russischen Schweinefleischerzeuger

Russische Schweinefleischerzeuger machen Supergewinne

Das Defizit an Schweinefleisch in Russland infolge der Importsperre hat die Erzeuger- und Verbraucherpreise nach oben getrieben. Russische Schweineproduzenten, die einerseits in Großeinheiten, andererseits auf Hausversorgungsniveau wirtschaften, machen riesige Gewinne. Von 2 Großunternehmen sind Zahlen bekannt geworden.

Der 4.größte Produzent mit 550.000 Schweinen je Jahr Rosagro wirtschaftet in der russischen Südprovinz 300 km südlich von Moskau in der  Nähe zur ukrainischen Grenze. Der jüngste Geschäftsbericht weist eine Umsatzsteigerung für die Zeit von Juli bis September von 161 % aus. Der  Durchschnittspreis errechnet sich auf 3,17 € je kg, eine Steigerung von 27 % in dieser kurzen Zeitspanne. Noch im Jan 2014 lagen die Kurse knapp unter 2 € je kg, die zu beachtlichen Verlusten geführt haben.  

Ebenfalls in der Südprovinz hat sich die Sojuz-Unternehmergruppe in deutschem Eigentum niedergelassen. Dazu gehören die Hamburger KTG-Agrar, die RKS-Agrarbeteiligungsgesellschaft und Clemens Tönnies. Die Firmenleitung TKS berichtet, dass sie im ersten Halbjahr 2014 genau so viel Einkommen erwirtschaftet haben, wie im ganzen Jahr 2013. Die Schweinepreise seien um 30 % gestiegen.

Die Firmengruppe beabsichtigt ihre derzeitige Produktion von 800.000 auf 1,5  Mio.  Schweine je Jahr spätestens bis 2017 zu steigern. Zu Absicherung der Futtergrundlage soll die Getreidefläche um 10.000 auf demnächst 60.000 ha gesteigert werden. Das angestrebte wirtschaftliche Ziel lautet auf einen Umsatz von 300 Mio. Rubel bei einer robusten 2-stelligen Gewinnrate.

Allerdings macht der schwache Rubel zu schaffen. Wichtige Betriebsmittelimporte verteuern sich um mehr als 35 %. Das könnte den Vorteil hoher Verkaufspreise schnell relativieren. Schon jetzt für das kommende Jahr wird aufgrund der schlechten Aussaatbedingungen mit einer russischen Ernteeinbuße von 15 bis 20 % gerechnet. Das dürfte die derzeit günstigen Futterkosten wieder in die Höhe treiben.

Die russische Importsperre schafft neue Fakten. Die russische Inlandserzeugung wird kräftig angekurbelt. Schon jetzt sind die Schweinefleischeinfuhren von über 1 Mio. t auf 480.000 im Jahre 2014 gefallen. Für 2015 wird nur noch mit einem Import an Schweinefleischr von 375.000 t gerechnet. Eine zukünftige Öffnung der russischen Grenzen - wann auch immer - führt nicht wieder zurück zu den alten Exportmöglichkeiten der EU. Ungünstige Perspektiven für die europäische Schweinewirtschaft!

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