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10.14
09:22

Schweinefleisch: Gesperrte Russlandexporte zur Hälfte durch Ausfuhrsteigerungen ausgeglichen

Zusätzliche EU-Schweinefleischexporte in andere Drittländer gleichen russisches Importverbot zur Hälfte aus

In den ersten 8 Monaten 2014 sind die Schweinefleischexporte der EU in  Drittländern um 185.650 t bzw. um 9,2 % zurückgegangen. Das ist vergleichsweise wenig, wenn man davon ausgeht, dass der gesperrte Russlandexport bis zu diesem Zeitpunkt rd. 500.000 t ausgemacht hätte. Tatsächlich sind im Jan 14 noch rd. 60.000 t nach Russland geliefert worden, bevor das Importverbot in Kraft trat. Der monetäre Verlust beziffert sich auf 3,5 Mio. €.

Die Exportwirtschaft hat jedoch einige Erfolge beim Schweinefleischabsatz in anderen Ländern aufzuweisen. Japan hat in der Zeit von Jan bis Aug 2014 rd. 82.000 Schweinefleisch mehr eingeführt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die beiden Länder Philippinen und Südkorea zusammen haben ihre Einfuhren aus der EU um rd. 112.000 t bzw. rd. +85 % gesteigert.

Selbst die USA  als weltgrößtes Exportgebiet bei Schweinefleisch hat seine Spezialitäteneinfuhren aus der EU um 18.000 t bzw. +43 % erhöht. Serbien hat die Einfuhren mit 38.000 t verdoppelt.

Die Summe aller Einfuhrsteigerungen können einschließlich der vielen kleinen Importgebiete auf eine Größenordnung von rd.  250.000 t zusammengerechnet werden. Damit wurden die russischen Nettoexporteinbußen von rd. 440.000 t rd. zu etwas mehr als der Hälfte aus der Exportsteigerung wieder ausgeglichen. Der unausgeglichene Rest ist immer noch groß genug, hierzulande die Preise unter Druck zu setzen. In der Vergangenheit haben eine zwar nur mäßige Grillsaison und fallende Schlachtzahlen geholfen, den Preisdruck abzumildern 

Spätestens als die Schlachtzahlen im Sept.-14 wieder auf ursprüngliches Niveau anstiegen, wurde der Preisdruck wieder deutlich spürbar. Für den Rest des Jahres 2014 wird es immer schwieriger, noch Ausgleichsmöglichkeiten zu finden, weil die Importsteigerungen an ihre Grenzen stoßen. Nach den Schätzungen der EU-Kommission soll im 4. Quartal 2014 die Schlachtmengen wieder um -0,4 bis -0,6 % zurückgehen, so dass mit einer geringen Entlastung von der Angebotsseite gerechnet werden könnte.

Entlastung für die ersten Monate des Jahres 2015 verspricht auch die Vorschätzung der Expertengruppe. Sie steht allerdings im Gegensatz zur offiziellen Schätzung mit Zunahmen der Schlachtmengen um 1,4 bis 0,6 %. Es könnte im I. Quartal 2015 nochmal sehr kritisch werden.

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