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03.16
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Schweinefleischexporte nach Kuba?

Kuba - eine Chance für europäisch-spanische  Schweinefleischexporte?

Kuba öffnet die Grenzen nicht nur in Richtung USA.  Die spanisch-sprechende Bevölkerung  mit einer Vorliebe für Schweinefleisch eröffnet günstige Voraussetzungen für  Ausfuhren von der iberischen Halbinsel. Kubaner bevorzugen die spanische Machart von geräucherten und gerösteten Schweinefleischzubereitungen. Insoweit müssen keine großen Hindernisse bei den Verzehrgewohnheiten überwunden werden.

Spanien ist mittlerweile  zum  zahlenmäßig schweinereichsten Land der EU aufgestiegen. Nur bei der Fleischmenge steht die Region knapp hinter Deutschland. Den Spaniern kommt ein neuer Absatzmarkt wie gerufen. Die steigende spanische Fleischerzeugung hatte nach dem Russland-Importverbot nicht unwesentliche Schwierigkeiten, den Absatz mit Schwerpunkt in der Nichturlaubsphase zu erträglichen Kosten abzuwickeln. Mit Hilfe von Dumping-Angeboten im europäischen Binnenmarkt hat Spanien in jüngster Zeit spürbar  zum Preisdruck in der EU beigetragen.

Welches Absatzpotenzial steckt in Kuba?

Die Zahl der Einwohner wird auf stagnierende 11,25 Mio. Menschen geschätzt. Das offizielle Nettoeinkommen wird mit 584 CUP/Monat bzw. 20 bis 30 $ je Monat angegeben. Allerdings kostet die Monatsmiete kaum 5 $. Krankenversorgung, Bildung, öffentlicher Verkehr sind fast kostenfrei. Für Agrarprodukte sind staatliche Höchstpreise festgesetzt Beispiel: 1 kg Bananen  kosten 0,2 $, 500 g Weißbrot 0,45 $, 12 Eier 0,95 $. Dagegen kostet 1 l Milch 1,32 $ und 1 kg Käse 3,67 $. Hähnchenfleisch  wird zwischen 3,80 bis 5,32 $/kg je nach Teilstück bezahlt. Neben den staatlichen Preisen gibt es auch den freien Verkauf mit der Folge, dass aufgrund der Knappheit  die Kurse häufig doppelt so hoch sind. Die Preise für Schweinefleisch sind nicht auf einen Nennen zu bringen. Die Spannbreite reicht von 3 bis 21 $/kg je nach Teilstück und Absatzweg.

Zwischen 70 und 80 % der Nahrungsmittel müssen importiert werden. Dabei könnte sich Kuba  aufgrund des Agrarpotenzials gut selbst ernähren. Aber 30 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden nicht bewirtschaftet. Dünger und Pflanzenschutz wird mangels Kaufkraft wenig bis gar nicht eingesetzt. Gezwungenermaßen  wirtschaftet man in Teilbereichen hochökologisch.

Die Organisation der Nahrungsmittelerzeugung kann man in 4 Kategorien aufteilen.

-       Staatliche Plantagenbetriebe mit häufig wenig Effizienz.

-       Genossenschaftsbetriebe als Zusammenschlüsse von Kleinbauern, häufig doppelt so leistungsstark.

-       383.000 „Stadtbauern“ in und um die großen Städte mit 50.000 ha  bzw. 130 qm je Bewirtschafter

-       Eigenversorger auf Balkonen, Terrassen, Dachgärten, Vorgärten, Hinterhöfen, öffentlichen Parkanlagen mit geschätzten 14.000 ha. Die Haltung von Meerschweinchen, Kaninchen, Geflügel, Schweine und Ziegen gehört ebenfalls dazu.

Die Versorgung mit Gemüse erfolgt zu rd. 70 % über die „Stadtbauern“ und Eigenversorger. Aber biologisch erzeugt!

Veredlungsprodukte wie Rind, Milch und Schweine sind knapp und teuer.  Die Schweinefleischerzeugung wird offiziell auf 180.000 t geschätzt. Dazu kommen noch zwischen 25.000 und 35.000 t Importe. Das entspricht etwa 17 kg je Kopf der kubanischen Bevölkerung.

Kubas Nahrungsmittelwirtschaft bietet zwar Absatzpotenzial, aber die Kaufkraft ist mäßig. Warenimporte unterliegen der staatlichen Einfuhrregelung und stehen unter dem Vorbehalt der ausgleichenden Bedarfssteuerung. Zu große Hoffnungen auf einen großen Absatzmarkt sollte man sich nicht machen.

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