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07.13
17:50

Schweinepreise im Süden und Norden der BRD

Regionale  Schweinepreisunterschiede  in Deutschland

Deutschland und Europa sind bei einem Selbstversorgungsgrad von über 115 % auf Exporte von Schweinefleisch angewiesen. Die Erlöse im Exportgeschäft geben damit zu einem beachtlichen Anteil den Ton für die im Inland erzielbaren Preise an. Jedes kg Export oder Nicht-Export ent- bzw. belastet das Inlandskursniveau. Auch wenn die ausgeführten Teilstücke nicht repräsentativ mit den unterschiedlich wert- bzw. weniger wertvollen Teilstücken vom Schwein sind, liefern doch die Preise in den Importländern und die Notierungen der konkurrierenden Exportländer wichtige Hinweise darauf, welches Preisniveau hierzulande erreichbar ist.  

Derzeit machen 3 große Länder von sich reden. Die beiden großen Einfuhrgebiete China und Russland weisen  seit Monaten Preise in der Kategorie von unter 2,5 €/kg aus, ein Niveau, das darauf schließen lässt, dass in diesen Länder eine gute Eigenversorgung und kein drängender Importbedarf besteht. Bei knapperer Versorgung in früheren Jahren lagen die Kurse deutlich über 2,5 bzw. über 3 €/kg. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das deutsche/europäische  Exportgeschäft nicht zufriedenstellend läuft. Der globale Schweinefleischhandel liegt in diesem Jahr deutlich unter dem der früheren Jahre. Das betrifft nicht nur Europa, sondern die USA.

Seit 3 Jahren in Folge tritt Brasilien als 4größter Exporteur von Schweinefleisch auf den Plan mit Preisen in den Sommermonaten, die von unter 1 € bis aktuell 1,15 € /kg reichen. Selbst wenn man die größeren Transportkosten hinzurechnet, bleibt Brasilien konkurrenzlos günstig im weltweiten Schweinefleischhandel.  Ein wesentlicher Grund für diese Preise sind die Währungsparitäten zwischen dem brasilianischen REAL und dem Dollar bzw. Euro.

Schlachtunternehmen, die in 1. Linie für den übernationalen Absatz in Frage kommen, werden naturgemäß zuerst darunter leiden, während kleine und mittelständische Betriebe sich kaum betroffen fühlen. Folgerichtig sind die Schweinepreise im Süden Deutschlands mit den kleineren Betriebsstrukturen im Augenblick im Vorteil und die großen Veredlungszentren im Nordwesten der Bundesrepublik müssen sich zur Decke strecken.

Eine Differenzierung  des deutschen Schweinefleischmarktes ist eine Folge der regional unterschiedlichen Ausrichtung der Produktions- und Vermarktungsstrukturen, ein Phänomen , das grundsätzlich immer besteht, aber zu bestimmten Zeiten wie jetzt deutlicher zum Ausdruck kommt. 

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