04.
02.14
08:31

Schweinepreise in Russland und China - Afrikanische Schweinepest

Russlands und Chinas Schweinepreise sind im Keller

Die Schweinepreise der beiden großen Importländer  Russland und China heben sich deutlich vom Preisniveau der Exportgebiete ab. Das entspricht zunächst grundsätzlich den Marktgesetzen, denn sonst würde ein Handelsaustausch zwischen Über- und Zuschussgebieten nicht stattfinden. Die Logistik muss bezahlt werden. Darüberhinaus kommen für beide Länder die weniger effiziente Produktionsweise ins Spiel wie schlechtere Futterverwertungen, geringereTageszunahmen und höhere Verlustquoten. Staatliche Schutz- und Stützungsmaßnahmen spielen ebenfalls eine Rolle.

Von 2011 bis 2013 schwankten die chinesischen Schweinepreise in einer Bandbreite von 2,30 bis 2,70 € /kg. Der Durchschnittswert lässt sich auf 2,45 € je kg beziffern.

Die russischen Schweinepreise bewegten sich in den letzten 3 Jahren in einer Spannbreite zwischen 2,40 bis über 3 € je kg. Der russische Durchschnittswert errechnet sich für diesen Zeitraum auf rd. 2,65 €/kg.

Schon im Herbst 2013 beginnend sackte das russische Preisniveau auf die untere Bandbreite ab. Nach dem Jahreswechsel  gab es einen erneuten Preisrutsch, der die Kurse unter die 2 €/kg Marke drückte, für russische Verhältnisse ein ruinöses Preisniveau.

China hatte noch im Herbst 2013 von einem vorübergehenden Preishoch profitieren können. Danach begann ein Tiefflug, der heute Kurse unterhalb der 2 € je kg Marke lieferte. Die jüngste Entwicklung in China hat auch mit den Feiertagen zum Neujahrsfest Ende Jan/Anf Febr.  zu tun.

Die Interessenlage in beiden Ländern ist eindeutig. Beide Staaten subventionieren jeweils auf ihre Weise die Schweinefleischerzeugung mit dem Ziel, möglichst nahe an eine 100 %ige Selbstversorgung zu kommen. Dabei ist China mit 98  % näher dran als Russland mit rd. 80 %. In Zeiten schwacher Erzeugerpreise im Inland werden die Bemühungen um eine steigende Eigenversorgung durch unbegrenzte Importe zusätzlich unterlaufen.

China und Russland gelten beide als Staatshandelsländer, die den Handel nicht ausschließlich nach marktwirtschaftlichen Regeln steuern, sondern auch durch entsprechende hoheitliche Eingriffe im Eigeninteresse dirigieren. Als WTO-Mitglieder sind sie verpflichtet, sich an Marktmechanismen zu halten, machen aber reichlich Gebrauch von den vielen Ausnahmeregeln wie z.B. in Fällen von Seuchenzügen oder Einhaltung von Hygienevorschriften. Die USA dürfen schon seit einem Jahr nicht mehr nach Russland liefern, weil Futterstoffe eingesetzt werden, die in Russland nicht geduldet werden.

Der jüngste Importstopp Russlands aus Anlass zweier mit ASP infizierter Wildschweine in Litauen für die gesamte Europäische Schweinefleischausfuhr ohne jegliche regionale Differenzierung zeigt wie sensibel die wirtschaftlichen Interessen gehandhabt werden.

Pikanterweise sind in Russland selbst im Januar 2014 um Moskau und im Süden des Landes 6 ASP-Fälle bestätigt worden. Es wurden kleinräumliche Sperrbezirke eingerichtet, die nach einer gewissen Zeit wieder aufgehoben werden. Der großräumige Handel läuft weiter.

Es dürfte nicht verwundern, dass Russland die sich bietende Chance, die eigenen Schweinepreise durch Fernhalten von preisdrückenden Importen wieder zu beleben, möglichst lange nutzen wird.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich