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12.14
11:55

Schweinepreise von 1,32 € je kg - Was sind die Gründe?

Absturz der Schweinepreise im letzten Quartal 2014 – mehrere Ursachen

Schweinepreise auf dem Niveau von 1,30 € /kg hat es lange Zeit nicht gegeben. Der 5-jährige Durchschnitt aus den Jahren 2009 bis 2013 liegt bei 1,6  €/kg. Bis auf eine kleine Schwächephase kurz nach Jahresmitte bewegten sich auch 2014 die V-Preise bisher etwas oberhalb der 1,60 er Durchschnittsmarke.  Mit Beginn des 4. Quartals rutschten die Preise unaufhörlich in den Keller. Dabei bleibt noch die Frage nach der Weihnachtszeit offen.

Was hat zu dieser Entwicklung geführt?

Die russische Importsperre besteht seit Beginn des Monats Febr.2014. Damals gab es einen Rutsch nach unten auf 1,45 € je kg, der sich aber rasch wieder erholte. Schon im März lagen die Kurse wieder oberhalb der Durchschnittslinie. Die Ursache waren die vorübergehend abfallenden wöchentlichen Schlachtzahlen deutlich unterhalb der 1 Mio. Stück-Marke.

Trotz nachfolgender Grillsaison gaben die Schweinepreise im weiteren Jahresverlauf wieder nach. Der Grund waren ansteigende Schlachtzahlen, die bei fehlendem Russland-Export  die saisonal hohe Inlandsnachfrage überforderte. Immerhin wurde ein mittleres Notierungsniveau zwischen 1,50 und 1,60 € je kg durchgehalten.

Die Erweiterung der russischen Importsperre im Aug. 2014 auf weitere Agrarprodukte hat die Schweinepreise nur wenig unter Druck gesetzt, entscheidender waren die leicht überdurchschnittlichen Schlachtzahlen.

Im III. Quartal gingen die Schlachtzahlen deutlich nach unten und erreichten Größenordnungen um die 950.000 je Woche. Trotz abflauender Grillsaison und erweiterter Russlandsperre reichte das geringere Angebot aus, die Kurse auf und über Durchschnittsniveau von 1,60 € je kg zu heben.

Der dann folgende ständige Anstieg der Schlachtmengen weit über die 1 Mio. Stück-Marke  führte im weiteren Verlauf des IV. Quartals zunächst zu einer vorübergehenden Stagnationsphase, die aber mit weiteren Angebotsschüben in einem drastischen Preisabfall auf die Größenordnung etwas oberhalb von 1,30 €/kg mündeten.  

Sollte das Lebendangebot weiterhin auf hohem Niveau bleiben, ist angesichts der wenigen Schlachttage über die Weihnachtsfeiertage und Folgezeit mit weiter nachgebenden Kursen zu rechnen.

Im Ergebnis bleibt festzustellen, dass die Produktionskapazität in Deutschland bzw. EU auf einen rd. 10%-Export angewiesen ist. Fällt diese Absatzmöglichkeit aus und kann sie nur in begrenztem Umfang  ersetzt werden, ist mit ruinösem Preisdruck bei zu hohen saisonalen Angebotsmengen zu rechnen. Würde der Drittlandmarkt wieder in vollem Umfange funktionieren, läge das Preisniveau deutlich über der mehrjährigen Durchschnittsmarke von 1,60 € /kg mit saisonalen Spitzenwerten um die 1,90 €/kg.

Die Hoffnung auf eine gleichwertige Rückkehr zu früheren Zeiten dürfte allerdings kaum erfüllbar sein. In der Zwischenzeit haben sich andere Angebote aus dem russischen In– und Ausland etabliert, die sich so schnell nicht wieder verdrängen lassen. Ganz zu schweigen vom politischen Willen auf eine 100% ige Grenzöffnung!

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