23.
02.16
11:00

Schweinepreisprognosen für die EU und USA

Prognosen zur Entwicklung der Schweinepreise 1. Halbjahr 2016

Auf der Grundlage von Viehzählungsdaten in 21 EU-Mitgliedstaaten bis einschl. Dez. 2015 entwickelte die Arbeitsgruppe Schweinepreise bei der EU-Kommission eine Vorschau der anfallenden Schlachtmengen. In Verbindung mit einer Vorschätzung der Verbrauchs- und Exportentwicklung werden daraus die möglichen Schweinepreise abgeleitet. Als Orientierungshilfen dienen die bisherige Schweinepreisentwicklung in der EU und die Terminkurse für lean hogs in den USA.

Für den Durchschnitt des abgelaufenen Jahres 2015 wurden für die EU Schweinepreise der Klasse E von knapp 1,45 €(kg SG festgestellt. Bei einem wenig ausgeprägten Saisonverlauf lagen die Kurse in den ersten Monaten 2015 zwischen 1,30 und 1,40 €/kg, bewegten sich in der Folgezeit trotz Grillsaison um die Marke von 1,45 €/kg.  Ein ausgeprägtes Grillpreishoch wie in den USA ist in der EU ausgeblieben. Hintergrund ist der fehlende Drittlandexport aufgrund der Russlandsperre, die in den USA weit geringere Auswirkungen gehabt hat.

Im Verlauf des laufenden  1. Vierteljahres 2016 erwartet die Arbeitsgruppe bei der EU-Kommission Preise der Klasse E in der Größenordnung von knapp 1,40 €/kg. Angesichts der aktuellen Preislage dürfte es schwer fallen, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.

Im 2. Vierteljahr soll die Marke von 1,45 €/kg überschritten werden. Allerdings steht noch die Frage der Auslagerung der PLH-Fleischmengen in der Größenordnung von 90.000 t im Raum. Erfahrungsgemäß setzen diese Mengen in der saisonal üblichen Aufschwungphase die Preise unter Druck. Ein maßgeblicher Einfluss ist auch von der Witterungsentwicklung abhängig, die wesentlich die Grillaktivitäten beeinflussen.

Die Terminkurse an der Börse in Chicago gehen zu Beginn des Jahres von Schweinepreisen von 1,15 €/kg aus. Die aktuellen US-Kurse im Febr. 2016 haben sich bereits auf 1,30 €/kg nach oben entwickelt. Für das 2. Vierteljahr mit Einsetzen der Grillsaison sehen die Terminkurse mehr als 1,55 €/kg vor.

Die Barbecue-Saison in den USA ist zwar immer für Nachfragesteigerungen gut, aber es wird sich herausstellen müssen, ob das steigende US-Schweinefleischangebot immer noch vom Verbrauchsumstieg vom  sehr teuren Rindfleisch auf Schweinefleisch profitieren kann. Darüberhinaus stellt sich die Frage nach dem US-Export angesichts des anhaltend starken Dollarkurses.

Die aktuellen Kurse für Schweinefleisch in bedeutenden Exportländern liegen durchweg auf einem niedrigen Niveau. Das ist teilweise auf den saisonalen Effekt zurückzuführen, hat aber auch konjunkturelle Gründe. Hohe Angebotsmengen stehen einer schwachen Nachfrage gegenüber. Der Russland-Import ist so gut wie weggefallen. Die steigenden China-Importe enthalten zwar große Tonnage, aber mit begrenztem Wert. Die allgemein schwächer laufende  Weltwirtschaft bietet nur wenig  Anlaß für großere Nachfragemengen nach Schweinefleisch.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich