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09.15
18:06

Schwerpunktverlagerung der EU-Schweinefleischerzeugung

Schwerpunktverlagerungen der EU-Schweinefleischerzeugung

Die EU-Schweinefleischerzeugung ist im letzten Jahrzehnt  mit rd. 3 % nur noch mäßig gestiegen.  Aber hinter den Durchschnittswerten verbergen sich erhebliche Veränderungen zwischen den einzelnen EU-Mitgliedstaaten.

Den absoluten und prozentualen größten Zuwachs kann Deutschland für sich verbuchen. Mit fast 22 % Steigerung von 2003 auf 2014 bzw. +1  Mio. t Mehrerzeugung an Schweinefleisch werden die teilweise deutlichen Rückgänge in anderen Mitgliedstaaten aufgefangen.

Großbritannien erreicht mit einer 20 %igen Zunahme zwar hohe Relativwerte, aber der absolute Zuwachs von 0,15 Mio. t bleibt weit hinter anderen Regionen zurück. Außerdem lag das Startjahr in einer Wiederaufbauphase nach dem MKS-Seuchenzug 2002/03.

Beachtliche Zunahmen verbucht Spanien mit fast 12 % und rd. 0,4 Mio. t. Nach einer nochmaligen Steigerung in 2015    bremst der fehlende Russlandabsatz die weitere Entwicklung in diesem Überschussgebiet.

Trotz ihrer Umweltrestriktionen haben die Niederlande und Belgien  mit 9 bzw. 8 % immer noch etwas zulegen können. Allerdings fallen die absoluten Mengen mit jeweils 0,1 Mio. t doch recht bescheiden aus.

Auf der Abgeberseite  fällt Frankreich mit -16 % stark ins Gewicht. Auch Dänemark hat seine um fast 10 % reduzierte Schweinefleischerzeugung erheblich zurückgesteckt. Als Ersatz dient die steigende Ferkelerzeugung für den Export.

Polen hatte zu Beginn seines EU-Beitritts noch Zunahmen erreichen können, hat aber mit jeder Phase ungünstiger Rentabilitätsbedingungen seine frühere Rolle als Nettoexporteur zunehmend abgegeben. Die Abnahme von rd 7,5 % entspricht einer Menge von rd. 0,2 Mio. t Schweinefleisch.  

In der Gruppe der übrigen EU-Schweinefleischerzeugungsregionen sind vorwiegend die mittel- und osteuropäischen Beitrittsländer und einige kleinere westliche  EU-Staaten erfaßt. Der Rückgang mit über 10 % läßt sich in Tonnage von mehr 0,5 Mio. umrechnen.

Wenn man die Entwicklung des letzten Jahrzehnts bilanziert, dann hat die Zunahme Deutschlands von knapp 1 Mio. t und Spaniens mit 0,4 Mio.t zu wesentlichen Teilen  die Rückgänge Frankreichs und der Restgruppe mit  jeweils 0,37 Mio. t, Dänemarks und Polen mit jeweils rd. 0,165 Mio. t abgefangen.  Der EU-Nettozuwachs mit  gut 3 % fällt dabei vergleichsweise bescheiden aus.

Für die zukünftige Entwicklung sehen die Wachstumschancen deutlich ungünstiger aus. Der Export nach  Russland wird infolge politischer, wirtschaftlicher und finanzieller Probleme nicht zu den  alten Verhältnissen zurückführen. Steigende chinesische Einfuhren sind zwar stark im Volumen, aber schwach in der Werthaltigkeit. Der Verdrängungswettbewerb zwischen den unterschiedlichen Standorten wird eine große Rolle spielen. Dabei kommt den Tierhaltungs- und Umweltfragen  eine zunehmende Bedeutung zu. Deutschland liegt dabei in einem dichtbesiedelten Gebiet mit hoher politischer Sensibilität von Politik und  Gesellschaft.  Die zukünftigen Rahmenbedingungen werden enger.

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